Weil Urlaube und Freizeit-Aktivitäten ausfallen

Corona im Kreis Soest: Pool, Garten und Co. - die Leute verschönern ihr Zuhause

Wolfram Münsch von der Manufaktur Münsch Möbel & Küche freut sich über viele Anfragen.
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Wolfram Münsch von der Manufaktur Münsch Möbel & Küche freut sich über viele Anfragen.

Die Corona-Pandemie und der damit verbundene Lockdown grenzt das tägliche Leben ein. Keiner kann seine Freiheiten wie gewohnt genießen. Auf großzügige Urlaube muss verzichtet werden, und das eigene Wohnumfeld gewinnt immer stärker an Bedeutung.

Werl/Ense - Weil die Leute auf viel Gewohntes verzichten müssen, ist bei einigen Familien mehr Geld vorhanden. Wie Werler Geschäftsleute einstimmig berichten, geben die Kunden mehr für ihr privates Umfeld aus. Einige Beispiele.

Corona im Kreis Soest: Swimmingpools sind gefragt

„Die stecken ihr gespartes Geld jetzt in die Erholung im Kreise der Familie“, sagt Gartengestalter Jürgen Schwegmann. Der Enser spürt ein erhöhtes Aufkommen an Bestellungen bei Swimmingpools. „Man merkt es deutlich im Handwerker- und Baubereich, dass mehr Geld vorhanden ist.“

Er berichtet, dass Familien, die zuvor Aufstellpools hatten, nun mit seiner Unterstützung eine dauerhafte Lösung suchen und sich ein festes Schwimmbecken in den Garten bauen lassen. „Sie können nicht ins Freibad oder in den Urlaub, da machen die Familien es sich zuhause schöner.“

Corona im Kreis Soest: Gärten werden aufgehübscht

Dies kann Garten- und Landschaftsbauer Tobis Rebein bestätigen. Auch bei ihm ist die Auftragslage mehr als stabil. „Wir merken es, dass die Leute ihr Eigenheim verschönern und mehr Geld investieren, als es die Jahre zuvor war“, berichtet der Budberger. Wie er erzählt, ziehen die Familien geplante Umbauarbeiten vor.

„Häufig werden Gartenumgestaltungen auf mehrere Jahre angelegt. Das ist in diesem Jahr anders. Da wird dann alles sofort gemacht“, weiß Rebein aus Erfahrung. Er meint, dass die Kunden auch mehr Geld anlegen, als ursprünglich geplant war – und das, obwohl die Preise für einige Artikel gestiegen sind. „Es gibt sogar Eigenheimbesitzer, die lassen sich jetzt exklusive Gärten anlegen“, so Tobias Rebein.

Corona im Kreis Soest: Möbelbranche erlebt Boom

Auch die Möbelbranche profitiert vom aktuellen Kaufverhalten. Gerade beim Kauf neuer Küchen wählen einige exklusivere Varianten. Dies kann Geschäftsmann Wolfram Münsch bestätigen. Die Branche erlebe einen kleinen Boom, weiß er zu berichten.

Viele Elektrogeräte wie Spülmaschinen seien im Moment nur schwierig zu bekommen. Aus seiner Sicht haben die Hersteller damit nicht gerechnet und nicht genug produziert. Heute müsse man auf diese Artikel lange warten. „Normalerweise bestelle ich die Elektrogeräte zwei Wochen vor dem Einbau der Küche.“ Heute, sagt er, ist das gleich die erste Order bei der Bestellung. Er ist froh, dass er im Herbst noch Elektrogeräte eingekauft hat und damit Wartezeiten für seine Kunden verhindern kann.

Corona im Kreis Soest: Hohe Nachfrage nach Küchen

Die Nachfrage nach Küchen und Möbeln war trotz der Zwangsschließung groß. Die Online-Kanäle wurden von den Kunden genutzt, um Bestellungen aufzugeben. „Wir haben trotzdem Termine gemacht und ich habe die Kunden dabei online beraten“, erklärt er. Er sagt, dass vor dem zweiten Lockdown viele Küchen in Planung waren und diese auf dem digitalen Weg weiterentwickelt wurden.

„In unserer Branche gibt es Kunden, die drei bis vier Mal im Jahr in den Urlaub fahren und ihr Geld jetzt in ihre eigenen vier Wände investieren“, sagt der Büdericher. Die Variante „Click and Meet“ ist für Wolfram Münsch nichts Neues. „Genauso so arbeiten wir seit vielen Jahren.“

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