Haus für Quarantäne freigeräumt

Corona-Massenausbruch: JVA Werl beginnt mit Verlegung der Insassen - 37 Fälle

Alle Hände voll zu tun hat die JVA Werl: Die Corona-Infizierten werden auf die Quarantänestation verlegt.
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Alle Hände voll zu tun hat die JVA Werl: Die Corona-Infizierten werden auf die Quarantänestation verlegt.

[Update 15.45 Uhr] 37 Corona-Fälle sind bestätigt - und die Justizvollzugsanstalt Werl rechnete am Freitag zunächst mit weiteren. Aber viel mehr können es nicht werden: Laut Kreisverwaltung stehen nur noch zehn der rund 1.400 Abstriche aus. Die JVA hat unterdessen mit den Verlegungen der Betroffenen auf die eigens eingerichtete Quarantänestation auf dem JVA-Gelände begonnen, sagt Anstaltssprecherin Verona Voigt. Man stoße nicht an Kapazitätsgrenzen.

Werl - Man habe viele Unterbringungsmöglichkeiten im so genannten „Haus 2“, in dem das pädagogische Zentrum der JVA untergebracht ist. Wenn die erste Ebene voll ist, werde man auf die zweite, dann womöglich auf die dritte Ebene zurückgreifen können. Und selbst für den Fall, dass die Zahlen so sehr steigen, dass das Haus 2 nicht ausreicht, habe man Möglichkeiten, andere Bereiche der Anstalt freizuziehen. Soweit wird es aber offenbar nicht kommen: Aus den am 1. und 2. Juni durchgeführten Abstrichaktionen resultierte nur ein weiterer positiver Fall, so das Gesundheitsamt am Freitanachmittag. „Damit sind bisher 37 Fälle insgesamt bekannt geworden. Zehn Befunde aus den Abstrichaktionen stehen noch aus.“

Gleichwohl hatte die JVA vorgesorgt. Eine weitere Ausweichmöglichkeit habe man bereits im Blick. „Stand jetzt ist das aber zu handhaben“, sagt Verena Voigt. Die Anstalt werde keine Insassen aus der Anstalt verlegen müssen. Ein erkrankter Häftling ist allerdings ins Justizkrankenhaus Fröndenberg verlegt worden.

Die JVA hatte bereits mit ersten Impfmaßnahmen bei einigen Insassen begonnen, als das Virus zuschlug. Man habe auch weitere Häftlinge und Sicherungsverwahrte impfen wollen, sagt die Sprecherin. „Aber dafür stand kein Impfstoff zur Verfügung.“ Und man habe auch kein Zeitfenster, wann die Spritzen hinter den Anstaltsmauern gesetzt werden können.

Corona in der JVA Werl: Keine Unruhe unter Insassen

Betreut werden die Corona-Infizierten von Personal aus der JVA Werl. Es gebe keine Mitarbeiter von außerhalb, die auf der angeschlossenen Corona-Station der JVA arbeiten. Insgesamt sei die Lage sehr ruhig, versichert die Sprecherin. „Und der Zusammenhalt ist sehr gut, alle ziehen an einem Strang.“ Alles laufe ruhig und reibungslos. Dass die schwierige Lage für Unruhe sorge, könne die Anstaltsleitung nicht beobachten.

Stand jetzt ist das zu handhaben.

 JVA-Sprecherin Verona Voigt

Die JVA ist mehrmals am Tag im Kontakt mit dem Kreisgesundheitsamt. Auch das war zunächst davon ausgegangen, dass weitere Corona-Fälle hinzukommen werden. Denn der Zuwachs über den Feiertag resultierte aus den Testungen am Dienstag. Aber am Mittwoch waren etliche weitere Tests - insgesamt waren es rund 1.400 - genommen worden.

Beruhigend für Stadt Werl und Kreis: Ohne die JVA-Fälle läge der Inzidenzwert im Kreis Soest deutlich unter 30. Damit sind die Lockerungen, die ab dem Wert unter 35 griffen, nicht in Gefahr. Die Corona-Lage in der JVA Werl wertet das Land als „isoliertes Ausbruchsgeschehen“. Das hatte das NRW-Gesundheitsministerium am Mittwoch wissen lassen. Die aktuellen Corona-Fälle betreffen durchgängig Insassen.

Corona in der JVA Werl: Bedienstete infiziert

Hinzu kommt die Infektion einer JVA-Bediensteten. Die steht nach aktueller Kenntnislage aber nicht im Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen unter den Häftlingen, sagt Verena Voigt. Dass die gesamte Anstalt betroffen ist, erklärt die Sprecherin auch mit den Arbeitsbereichen; in den JVA-eigenen Betrieben kommen Insassen aus den Bereichen zusammen, zudem auch bei Freizeit und Sport. Nun gilt es abzuwarten, ob die Zahlen weiter steigen. „Derzeit“, sagt Voigt, „ist alles noch in der Schwebe“.

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