Coronakrise erfordert viel Kreativität

So verbringen Familien die Freizeit

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In häuslicher Isolation: Gesellschaftsspiele gehören bei Lena, Anna und Pamela Franz (von links) zum derzeitigen Alltag.

Werl – Der Alltag hat sich durch das Coronavirus bei allen Familien deutlich verändert. Die Menschen sind derzeit in freiwilliger häuslicher Isolation. Dieses kann in den nächsten Tagen oder auch Wochen für viele Familien eine richtige Herausforderung werden.

Familien hocken in der Zeit der Corona-Pandemie eng zusammen und der Platz im Haus könnte knapp werden. Besonders für Menschen, die weder Garten noch Balkon haben, kann es zu unvorhersehbaren Problemen kommen. 

Nicht so bei der Werler Familie von Mario und Pamela Franz. Die Eheleute leben gemeinsam mit vier Kindern und genießen jetzt die Zeit innerhalb der Familie. „Bei schönem Wetter sind wir fast den gesamten Tag im Garten“, erzählt Mutter Pamela. 

Familienleben in Zeiten des Coronavirus: Familie Franz aus Werl – hier spielt Papa Mario mit Malte im Sandkasten.

„Nach unserem gemeinsamen Frühstück rufen wir als erstes die Hausaufgaben der Schulen ab, die uns per E-Mail zugesendet werden“, schildert die 43-jährige Werlerin. Knapp zwei Stunden sind Lena (15), Anna (13) und Jakob (11) beschäftigt, die Schularbeiten in den Corona-Ferien zu erledigen. 

Bruder Malte (2) hat es sich in der Zwischenzeit schon im Sandkasten bequem gemacht. Er wirft den Sand mit einer Schüppe umher und findet es so lustig, dass er dabei laut lacht. Die Freude des jüngsten Familienmitglieds beflügelt seine Geschwister und Nachbarskinder. 

Jakob und seine Freunde und Nachbarn Marlon (11) und Maurice (7) haben eine Idee entwickelt, wie sie weiterhin zusammen spielen können und dabei die „Corona-Regeln“ einhalten. Auf dem gemeinsamen Zaun baute das Kinder-Trio einen zwei Meter langen Tisch. Mit Hilfe von Holzleisten bekam der Spieltisch ein Dach aus einer dicken Decke. Handtücher an der Seite dienen als kleiner Windschutz. Die Kinder haben den Spieltisch an einem kleinen Unterstand befestigt. „So können wir mit genügend Abstand weiter spielen“, freut sich das Trio. 

Gesellschaftsspiele 

Der elfjährige Jakob genießt die freie Zeit, die er jetzt zum Spielen hat. Allerdings vermisst er seine gewohnten Aktivitäten. Dreimal in der Woche geht er normalerweise zum Sport bei der DJK Grün-Weiß Werl und ist aktiver Messdiener in seiner Gemeinde St. Walburga. 

Gerne würde Jakob mehr Zeit am Handy oder der Spielkonsole verbringen, aber dieses Vergnügen bekommt er von den Eltern zeitlich eingeteilt. Mit vielen gemeinsamen Gesellschaftsspielen verbringen die Familienmitglieder ihre neue Freizeit. Trotzdem fehlen auch den beiden älteren Töchtern jetzt schon so einige alltägliche Gewohnheiten. 

Jakob (11) (rechts) hat mit seinen Freunden und Nachbarn Maurice (7) (links) und Marlon auf dem Zaun einen Spieltisch mit Abstand und Überdachung gebaut.

Die 13-jährige Anna geht sonst zur Malschule und trifft sich regelmäßig mit Freunden. Das kann sie während der Isolation nicht mehr. „Wir telefonieren und schreiben uns zwar sehr oft, aber ich würde meine Freunde trotzdem gerne persönlich treffen“, trauert sie. Lena vermisst ihre Zeit am Reitstall. Jeden Tag ist die 15-jährige Hobbyreiterin am Stall des Reit- und Fahrvereins Werl. Sie hat eine Reitbeteiligung und kümmert sich täglich mehrere Stunden um das Pferd. Dort trifft sie ihre Freunde. Zurzeit gibt es eine Zeiteinteilung beim Reitverein. Nur noch fünf Personen dürfen sich gleichzeitig am Gelände aufhalten. Allerdings verbringt sie nun mehr Zeit mit der Familie. 

Mario Franz sieht das alles gelassen. Er hat auch schon einen Plan, wenn das Wetter schlechter wird. „Bei Regen oder schlechtem Wetter werden wir in unserem Haus die Zimmer renovieren“, lacht der 50-Jährige.

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