Zweiradmechaniker siegt in Bayern

Marco Schmidt aus Werl ist bundesweit der beste seines Jahrgangs

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Marco Schmidt aus Werl (Mitte) ist bundesweit der beste Azubi der Zweiradmechanik und -Mechatronik seines Jahrgangs. Sein Werkstattleiter Rene Prünte (rechts) und sein Chef Werner Schomaker (links) gratulieren.

Werl - Marco Schmidt hatte zwar selbst schon im Verlauf des Tages gemerkt, dass er im vorderen Bereich mitspielen könnte. Das Endergebnis beim Bundesleistungswettbewerb Zweirad in Oberschleißheim hatte ihn dann aber doch überrascht: Marco Schmidt hat als bester Geselle seines Jahrgangs als Zweiradmechaniker jetzt den Bundessieg abgeräumt.

„Die Freude über den Sieg war groß und ich konnte es kaum fassen,“ berichtet der Mitarbeiter des Werler Unternehmens Honda-Schomaker vom Leistungswettbewerb in Bayern, zu dem er am Freitag per Zug angereist war. Noch am selben Tag stand ein Kennenlernen der Prüfer und der Landessieger im Bereich Motorrad- und Fahrradtechnik auf dem Terminplan. 

Im Bereich Motorradtechnik hatte er sich gegen fünf Konkurrenten zu behaupten. In der dortigen Fachschule für Zweiradmechanik ging es für den Werler Motorrad-Spezialisten am nächsten Morgen ab 8 Uhr um Alles. „Zu bewältigen waren insgesamt acht Aufträge in jeweils 45 Minuten,“ berichtet er. Zwischendurch gab es zehnminütige Verschnaufpausen. 

Die Arbeitsaufträge waren vielfältig: Unter anderem war ein Getriebe zu zerlegen und anschließend zu komplettieren. Ein falsches Handbuch bei einer Vermessungsaufgabe musste ebenfalls von den Prüflingen erkannt werden und war Absicht der Prüfer, aber auch Abgasuntersuchung und elektrische Fehlersuche, Gabelfedern- und Nockenwellen-Austausch waren zu erledigen. 

"Komplexer hätte es nicht sein können"

Angefangen von Fehlersuche, über Fahrwerkstechnik, Gemischaufbereitung und Abgasuntersuchung über Bremsanlagen bis hin zur Motormechanik und Getriebevermessung war alles dabei. „Komplexer hätte es nicht sein können,“ sagt Marco Schmidt im Nachhinein, abgesehen davon, dass in jeder Teilprüfung die Zeit davonraste.  

110 Prozent Leistungsbereitschaft sei von jedem Teilnehmer abverlangt worden. „Bis zur Siegerehrung war allen völlig unklar, für welchen Platz es gereicht hat. Die Plätze 1 bis 3 lagen nur um weniger als 5 Prozent auseinander“. 

Ein knappes Rennen also um den Sieg, den schließlich Marco Schmidt eingefahren hat. Zur Urkunde für den Bundessieger gab es noch ein Schmankerl für den Motorradfan: eine Einladung von BMW für ein Probewochenende als Mechatroniker in der kommenden IDM-SuperBike-Saison im Rennteam von Werner Daemen. 

Weiter geht es für den Werler nun auf internationaler Ebene im Europacup gegen Österreich, Tschechien und der Schweiz. „Wann und wo steht noch nicht fest.“ Der nächste Termin für den frischgebackenen Bundessieger ist am ersten Dezemberwochenende in Berlin, wo er als Bundessieger mit seinem Ausbildungsbetrieb eingeladen ist zur Siegerehrung vom Zentralverband des deutschen Handwerks. „Es war bisher eine wahnsinnig tolle Erfahrung und jede Mühe wert,“ freut sich Marco Schmidt, Deutschland nun auch im Europacup vertreten zu dürfen.

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