Vertrag mit Caterer läuft aus

Stadthalle: Zum Jahreswechsel soll es ein neues Restaurant geben

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Die Restaurant-Laternen an der Stadthalle sollen bald wieder angehen.

Werl - In der Stadthalle soll es zum Jahreswechsel wieder ein Restaurant geben. Dass es gelingt, einen guten Pächter zu finden, davon geht Bürgermeister Michael Grossmann fest aus.

„Es gibt gute Nachfragen, auch ernst zu nehmende.“ Daher sehe er für den Neustart „überhaupt kein Problem“. Seit acht Monaten ist das Restaurant verwaist; ein Caterer hatte einen Jahresvertrag über ein Jahr erhalten. Der Vertrag soll nicht verlängert werden. 

Die Stadt reagiert damit auf die aktuelle Entwicklung der Planung zum Missionsmuseum „Forum der Völker“ in der Nachbarschaft. Es hatte Überlegungen gegeben, die Entwicklung des Museums mit der in der Stadthallen-Gastronomie zu verknüpfen, womöglich über einen gemeinsamen Gastronom für beide Standorte samt möglichem Hotel. „Wir wollten der Projektentwicklung für das Museum Raum und Zeit geben“, sagt Michael Grossmann zu den Gründen, warum die Stadt zunächst zu einer „schnellen Lösung“ mit dem Caterer gegriffen hatte. 

Neue Küche eingebaut

Nun aber scheint zumindest das Hotel auf dem Museumsareal an der Melsterstraße nicht machbar zu sein. Die Stadt möchte aber wieder eine Dauerbesetzung des Restaurants in der Stadthalle, in das zuletzt unter anderem eine neue Küche eingebaut worden war.

Vor rund acht Monaten hatten die Brüder Farendla nach langen, letztlich aber gescheiterten Verhandlungen mit der Stadt über eine Fortsetzung des Engagements endgültig das Handtuch geworfen. Eine Entscheidung, die in der Bürgerschaft für viel Unverständnis gesorgt hatte, vor allem die Stadtverwaltung sah sich heftiger Kritik ausgesetzt. Es ging bei den zähen Verhandlungen nicht zuletzt um eine Erhöhung der Pachtbeiträge. Letztlich schloss der „Werlinger“ zum Jahreswechsel. 

Der Schriftzug vor der Tür ist schon lange entfernt und – anders als die Erinnerungen der Werler an das alt eingesessene Restaurant – nur noch sehr verblasst wahrnehmbar; allein der Name eines Bierbrauers prangt noch deutlich lesbar in der Leuchtreklame. 

Caterer bewirtet Gäste

Ein Caterer übernahm zuletzt bei Festen die Bewirtung von Gästen. Diskussionen über die Bewirtung in der Stadthalle gab es aber immer wieder. Unterdessen betont Michael Grossmann, dass die Entwicklung rund um das bisherige Missionsmuseum Forum der Völker aus seiner Sicht „so positiv wie nie“ sei. 

Dort entwickle sich mit der Gründung der Stiftung zum Erhalt der Sammlung samt An- und Ausbau durch einen international renommierten Architekten eine „große Chance für Werl“. Eine Chance, die die Stadt und ihr Museum auch über den Tellerrand hinaus bekannt machen soll. Er sehe für die Zukunft auch die Möglichkeit einer noch engeren Verknüpfung der Wallfahrt mit der Stadthalle, kündigt der Bürgermeister an.

KOMMENTAR

Nicht weniger als eine Frage der Ehre

Von Gerald Bus

Ein neuer Gastronom in der Stadthalle? Alles andere als einfach dürfte das werden. Und doch ist es nicht weniger als eine Frage der Ehre, dass es gelingt – soll nicht der Eindruck entstehen, die Stadt habe den Neustart etwas zu vollmundig angekündigt. 

Am Aus der alten Gastronomie um die Brüder Farendla hatten viele Werler schwer zu schlucken. Der Eindruck, der entstand: Da ist im Ringen um ein paar Pacht-Euro ohne Not viel Porzellan zerschlagen worden. So viel, dass Spötter mutmaßten, die Stadt habe im alten Werlinger nicht mehr nicht nur alle Tassen, sondern auch sonst kein Geschirr mehr im Schrank. 

Gut kam die Verwaltung in der Wahrnehmung nicht weg, und auch das Catering-System stieß trotz aller Bemühungen des Unternehmens beileibe nicht nur auf Wohlwollen. Demnach ist nun sehr viel Fingerspitzengefühl und Geschick gefragt für den gastronomischen Neustart. Angerichtet worden ist rund um die Stadthalle schließlich zu genüge – nur keine Mahlzeiten mehr.

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