Überraschende CDU-Personalie

Werls Bürgermeister will in den Kreistag

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Michael Grossmann (rechts) tritt der zwar nicht mehr als Bürgermeister an, ihm soll Torben Höbrink (links) für die CDU folgen. Aber der Verwaltungschef will künftig im Kreistag mitmischen.

Um eine Karriere abzurunden, bietet sich ein Kreis an. Und um den dreht sich das weitere politische Engagement von Werls Bürgermeister Michael Grossmann.

Werl - Denn der 71-Jährige wird sich zur Kommunalwahl im Herbst für die CDU um ein Kreistagsmandat bewerben. Mit dieser Personalie rund um den langjährigen Verwaltungschef überraschen die Christdemokraten im Vorfeld der Wahlversammlung am 6. Juni.

Die Kreistagskandidatur habe sich aus einem lockeren Gespräch mit Grossmann ergeben, sagt CDU-Parteichef Gerd Petermann. Dort habe der Verwaltungschef seine Bereitschaft mitgeteilt, auch künftig mitzuarbeiten. Von wem die Initiative für das Kreistagsmandat letztlich ausgegangen sei, das wisse er gar nicht mehr genau, sagt Petermann. Aber das sei ja auch egal. Denn entscheidend sei, dass Michael Grossmann nach über 20 Jahren im Bürgermeisteramt sein ganzes Gewicht und seinen Erfahrungsschatz für Werl in die Waagschale werfen könne, wenn es um die Belange der Stadt geht, die im Kreis entschieden werden. Dem entsprechend sei es „super“, wenn Werl jemanden habe, der die Interessen der Stadt auch in Soest vertrete und die Hintergründe kenne, sagt Petermann.

„Ich freue mich sehr darüber“, betont der CDU-Chef. Und er ist überzeugt: Grossmann werde das gut machen. „Die Energie dazu hat er auf jeden Fall.“ Werl hat drei Wahlkreise für den Kreistag: In der Kernstadt wird wieder Bruni Wiemer für die CDU antreten, für den Westen mit Werl-West, Büderich, Holtum und Busberg wird es Peter Hörster sein. Michael Grossmann wird für den Osten mit der östlichen Stadt, Westönnen, Mawicke und Bergstraße antreten. Dort kandidierte zuletzt Irmgard Soldat für die CDU, die aber ihre politische Karriere beenden möchte.

Zuletzt saß auch Alio Kaya für die CDU im Kreistag, war innerhalb der Legislaturperiode von den Protestwählern zur Kreistags-Fraktion der Christdemokraten gewechselt. Er tritt aber nicht mehr an. Auch im Stadtrat wird es viele neue Gesichter geben. Denn viele altgediente Politiker scheiden aus, zumeist aus Alters- oder Gesundheitsgrünen. Darunter ist mit Friedrich Leopold Graf von Brühl (75) der ehemalige Bürgermeister der Stadt Werl (1996 bis 1999). Aber auch die ehemalige Vizebürgermeisterin Elisabeth Kramer und Ingrid Ostrowski scheiden aus – wobei Ostrowski vorn auf der Nachrückliste stehen soll, um ihr ein späteres erneutes Mitwirken zu ermöglichen.

Man schätze ihre Arbeit in der CDU-Fraktion „außerordentlich“, sagt Gerd Petermann. Nicht erneut kandidieren werden auch Gabriele Zahedi, Georg Betz, Michael Göttken und Bruno Auer. Man werde mit einer stark verjüngten Mannschaft in den Wahlkampf ziehen, kündigt der CDU-Chef an. Von 18 bis 68 Jahren alt seien die Bewerber, das Durchschnittsalter beträgt 44,9 Jahre. Nur knapp die Hälfte der 19 Kandidaten war schon im Rat der Stadt. Damit will die CDU bei ihrer Wahlversammlung am kommenden Samstag, 6. Juni, um 10 Uhr (Einlass) in der Stadthalle auch viele neue Gesichter ins Rennen schicken – allen voran der bereits gekürte Kandidat für das Bürgermeisteramt, Torben Höbrink. Er soll Grossmann an der Spitze Werls beerben, nachdem der einen Verzicht auf eine neuerliche Kandidatur verkündet hatte.

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