Naturschutzgründe

Bürgerinitiative: Neuer Umweg bei Planung zum A 445-Weiterbau

Symbolbild

Werl/Hamm – Für die Planung zum Weiterbau der A 445 von Werl nach Hamm soll es ein 3. Deckblattverfahren geben, teilt die Bürgerinitiative (BI) „StoppT A445“ mit – und nutzt das zur Grundsatzkritik. Die Bezirksregierung erklärt die Hintergründe.

Die Planer wollten „auf Biegen und Brechen eine Autobahn bauen, die mehr Probleme verursacht, als sie löst“. Nach vielen Jahren der Planung bleibe zudem die „spannende Frage“ ob sich „die Stadt Werl ernsthaft für die Hilbecker einsetzen und gegen den angekündigten Planfeststellungsbeschluss klagen“ werde. Zunächst aber werde es nun zum dritten Deckblattverfahren kommen, habe die Bezirksregierung ankündigt, um „einige Prüfaufträge, bevor der Planfeststellungsbeschluss erlassen werden kann“ abzuarbeiten.

„Was dies genau sein wird, darüber kann wohl nur spekuliert werden“, so die BI. Die Inhalte des Deckblattverfahrens seien bisher auch direkt betroffenen Stellen noch nicht bekannt gemacht worden. Erneut betont die BI, dass sie nach Sichtung des Planfeststellungsbeschlusses „voraussichtlich Klage einreichen“ werde.

Bezirksregierung bestätigt

Die Warteschleife zum Weiterbau der A 445 von Werl nach Hamm soll nicht allzu groß werden. Von „einigen Wochen“ Verzögerung geht die Bezirksregierung aus. In der Tat sei ein drittes „Deckblattverfahren“ als Ergänzung zum Planfeststellungsverfahren geplant, bestätigte der Sprecher der Bezirksregierung, Christoph Söbbeler auf Anzeiger-Anfrage.

„Aber das wird keine riesigen Diskussionen geben“. Die Trassenführung sei nicht betroffen. „Und es sind auch keine Aspekte, die die grundsätzliche planerischen Entscheidungen über den Haufen werfen“, sagt Söbbeler. Der neuerliche Umweg habe mehrere Gründe.

Drei neue Vögel unter Naturschutz

So hat der Landesbetrieb Straßen die Ergänzung gewünscht, da es bei den Ausgleichs- und Ersatzflächen für den Autobahnneubau einen Tausch geben muss. Hintergrund ist die Geeignetheit von Flächen für bestimmte Vogelarten. Das Deckblattverfahren ermögliche es den betroffenen Grundstücksbesitzern, zu der Planung erneut Stellung zu beziehen; auch die Naturschutzverbände und die so genannten „Träger öffentlicher Belange“ werden darüber informiert.

Hinzu komme eine formale Ergänzung von drei weiteren Vogelarten, die nach geänderten gesetzlichen Vorgaben unter naturschutzlichen Belangen beleuchtet werden müssen. Dazu bedarf es eines Fachbeitrags des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV). Die Bürgerinitiative gegen den Weiterbau hatte das Verfahren und die Planung grundsätzlich kritisiert. Die Autobahn sei nicht nötig und in Zeiten zunehmenden Artensterbens „nicht die richtige und zeitgemäße Antwort.“

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