Geschäfts-Idee

Frische Vitamine aus der Börde-Garten: So kommt das Garten-Gemüse ins Haus

Britta Mielke
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Für Britta Mielke geht ein Traum in Erfüllung: Sie bietet frisches Gemüse aus eigenem Anbau an und freut sich auf Kunden, „die schätzen, was wir tun und wie wir den Sinn darin sehen, die Welt ein Stück gesünder zu machen.“

Britta Mielke und Michael Berens aus Werl-Oberbergtraße wagen ein neues Projekt. Der Hintergrund: Sie möchten auf den Wert von frischem, gesundem Gemüse hinweisen. In Corona-Zeiten stehen mehr Menschen am Herd, um selber zu kochen.

Oberbergstraße In Oberbergstraße wächst und gedeiht das Gemüse. „Mehr als 30 Sorten pflanzen wir an“, berichten Britta Mielke und Michael Berens. Den großen Garten zu bestellen und ohne große technische Hilfe zu bewirtschaften, bereitet viel Arbeit. Doch die Begeisterung für das Säen, Hegen, Pflegen, Ernten überwiegt.

Dem Paar macht es einfach Spaß zu beoachten, was sich aus kleinen Samenkörnern und zunächst zarten Setzlingen entwickelt. Deshalb hat sich Britta Mielke entschlossen, ihren bisherigen Beruf aufzugeben und sich ganz dem Stück Land samt Beeten und Folientunnel zu widmen. Ihr Projekt trägt den Namen „Brittas Gemüsekiste“. Die Idee: Sie bietet über den Eigenbedarf hinaus Gemüse und Kräuter aus eigener Anzucht regional und saisonal frisch an, künftig kommt es direkt aus der Erde in die Abo-Kiste.
In Zeiten des Lockdowns stehen wieder mehr Menschen am Herd und kochen selber. Viele greifen gern zu guten Produkten aus der Soester Börde.

Gärtnern macht Britta Mielke und Michael Berens glücklich, und sie finden es schön, Freunde und Verwandte mit gesundem Grünzeug zu versorgen. Und weil das gut ankommt, entschlossen sie sich, größer zu werden. Der Garten vor dem Haus war früher schon das Reich der Oma von Michael Berens.
Jetzt, im Frühjahr, reicht die Palette von Salat bis Spinat. Klassiker gehören zum Sortiment, doch tauchen auch alte, außergewöhnliche Namen auf wie Bamberger Hörnchen oder Purple Rain bei den Kartoffeln oder die „Blaue Hilde“ bei den Schnittbohnen. Es gibt Grünkohl, der wie eine Palme aussieht sowie einen Kohlrabi, der „Superschmelz“ heißt und trotz seiner Größe butterzart ist.

„Wir haben auch den echten deutschen Knoblauch sowie mehrere Sorten Zwiebeln“, schildert Britta Mielke. Fast täglich ist sie draußen anzutreffen, irgendwas gibt es immer zu tun. Für sie geht damit ein Traum in Erfüllung. „Man muss viel ausprobieren“, sagt sie, nicht alles klappe auf Anhieb. Doch die Erfolgserlebnisse machen alle Rückschläge wett. Es sei einfach toll, zu beobachten, wie Dutzende großer Kürbisse reifen – und nicht weit davon entfernt Kohlköpfe stehen – lauter Genüsse, die bald auf den Teller kommen.

Alles begann vor einiger Zeit mit seltenem Tomatensamen, den Michael Berens in die Erde steckte – mit einem überzeugendem Ergebnis. Denn die vielseitig einsetzbaren Früchte schmeckten so lecker, dass sie die meisten Tomaten aus dem Supermarkt in den Schatten stellten.

Britta Mielke ist überzeugt vom Market-Gardening-Prinzip mit der Methode „No Dig (nicht umgraben)“. Was das heißt, erklärt sie so: „Ein gesunder Anbau von Gemüse ohne künstliche Zusatzstoffe, Pestizide, Herbizide oder Düngemittel. Wenn gedüngt oder behandelt wird, dann mit Brennnesseln, Neemöl und Milchwassermix.“ Nachdem der Boden einmal im Grund bearbeitet worden sei, werde er mit Pappe ohne Farbe oder Aufdruck und einer 15 Zentimeter dicken Schicht Kompost abgedeckt, der sechs bis zwölf Monate ruhe.

Britta Mielke: „So können sich Mikroorganismen und gute Bakterien wunderbar erholen und vermehren. Anschließend ziehen Regenwürmer ein, so dass ein lebendiger nahrhafter Boden entsteht. Dann wird die Oberfläche bearbeitet, und die untere Schicht bleibt unberührt. Auch über Jahre.“ Immer mehr Menschen beschäftigen sich ihrer Erfahrung nach mit Fragen der Nachhaltigkeit und der Co2-Bilanz – ein Thema, dass in Zukunft einezunehmen größere Bedeutung bekomme.

Bald noch 3000 Quadratmeter mehr

Derzeit sind es 2000 Quadratmeter Garten Auf der Vöhde 15 in Oberbergstraße, doch in der nächsten Saison sollen noch 3000 Quadratmeter hinzukommen. Britta Mielke: „Es soll ein offener Garten werden, die Kunden sollen sich gerne ein Bild davon machen, was wir tun.“ Sie ergänzt: „Wir können und wollen uns nicht mit richtigen Landwirten vergleichen, sondern möchte Menschen einen Zugang zu gutem Grünzeug verschaffen. Gern laden wir auch Kinder ein und erklären voller Leidenschaft unser Tun.“ Weitere Informationen – auch zum Projekt mit den Abo-Kisten, das am 20. Mai starten soll – im Internet unter www.brittas-gemuesekiste.de

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