Nun gibt es einen neuen Termin

Breitband-Ausbau: Statt der Datenrate wächst der Frust

 
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Glasfaser für schnellere Internet – in Oberbergstraße geht das Warten weiter.

Der Frust der Internetkunden in Oberbergstraße wächst weiter. Der Breitbandausbau der Telekom sollte eigentlich längst beendet sein. Doch immer wieder vertröstet die Telekom die Bewohner des Ortsteils auf später.

Nun schien das Ziel nah. Mitte April hieß es von Seiten des Unternehmens, der Bereich werde „innerhalb der nächsten 14 Tage für die Beauftragung für unsere Kunden freigegeben”. Und wieder folgte die Enttäuschung. Nun steht das nächste Datum im Raum: der 14. Juni. 

Mehrere Oberbergstraßer, darunter auch Ortsvorsteher Uwe Frieg versuchten in den vergangenen Tagen vergeblich, einen neuen und schnelleren Internetanschluss bei der Telekom zu beantragen. Mitarbeiter des Unternehmens, so berichten die Betroffenen, hätten fehlende Ports als Grund dafür angegeben, dass dies noch nicht möglich sei. 

Von einem Portmangel wisse man nichts

Doch auf Anzeiger-Anfrage sagte ein Telekom-Sprecher: Von einem Portmangel wisse man nichts. An den im April übermittelten Informationen habe sich im Grunde auch nichts verändert. Soll heißen: Mit der Fertigstellung in Oberbergstraße sei in Kürze zu rechnen. Verzögerungen seien bei dem Umfang der Arbeiten und auch wegen der speziellen Situation in der Corona-Krise möglich, aber keine böse Absicht. Schließlich habe man ja kein Interesse daran, die Kunden zu verärgern. 

Frieg hat inzwischen ein neues Datum in Aussicht gestellt bekommen, allerdings nicht direkt von der Telekom, sondern vom Breitbandkoordinator des Kreises Soest: Laut Christoph Hellmann soll der Vectoring-Ausbau technisch am 14. Juni abgeschlossen sein, Produkte seien ab 15. Juni buchbar. 

Angst vor Verlust der Nummer

Sorgen bereitet einigen Oberbergstraßern auch das Abschalten der alten ISDN-Technik Ende 2019. Vor allem Firmen, so berichtete Frieg, fürchten den Verlust ihrer Nummern, was Unnanehmlichkeiten und Kosten, etwa für die Änderung von Briefköpfen und Fahrzeugbeschriftungen, zur Folge hätte. 

Der Telekom-Sprecher versicherte aber, dass die Weiternutzung der Hauptnummern unabhängig von zeitlichen Fristen auf jeden Fall gewährleistet sei, allenfalls Unternummern könnten verloren gehen.

Ausbau auch in anderen Ortsteilen

Der Vectoring-Ausbau erfolgt nicht nur in Oberbergstraße, sondern auch in Budberg, Büderich, Holtum, Westönnen, Sönnern, Blumenthal, im Werler Süden und im Kernstadtbereich. 8 000 Haushalte sollen laut Telekom noch bis Ende 2020 schaltbar sein – die verbleibenden circa 4 500 Haushalte sollen im Verlauf des zweiten Quartals 2021 folgen. Konkrete Daten für einzelne Ortsteile kann die Telekom zurzeit nicht nennen.

Das ist Vectoring

Vectoring wird auch als „Glasfaser bis zum Bordstein“ bezeichnet (Fibre To The Curb/FFTC). Für diese Technik stellt die Telekom ihren alten Verteilerkästen Multifunktionsgehäuse zur Seite. Diese Kästen werden an das Glasfasernetz angeschlossen. Die restliche Strecke bis ins Haus müssen die Daten allerdings durch die alte Kupferleitung zurücklegen. Im Vergleich zu dem Verfahren „Glasfaser bis ins Haus“ (Fibre To The Home/FTTH) spart das bei der Umsetzung Zeit und auch Kosten. 

Beim Vectoring sind allerdings die Leistungsdaten geringer: Laut der Telekom sei bei FTTC mit Downloadraten von bis zu 250 MBit/s und Uploadraten von bis zu 40 MBit/s zu rechnen.

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