"Oskar, Du bist ein Kämpfer"

Harte Jungs mit weicher Botschaft: Metal-Liebhaber sammeln für Oskar

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Die Band McDeath rockte den Werler Kulturbahnhof.

Werl – Headbangen für den guten Zweck: 170 Metaller ließen sich nicht lange bitten zu einem Benefizkonzert am Samstag im Kulturzentrum Bahnhof. Wheel, McDeath und Delirious spielten die volle Breitseite Doom und Trash. Der Erlös kommt der Familie des an Krebs erkrankten Oskar zugute.

Los ging es mit der Band Wheel. Schwere, langsame Gitarrenriffs vom Leadgitarrist Ben Homberger kombiniert mit der dunklen Stimme von Frontmann Arkadus Kurek gaben eine routinierte Interpretation des Doom Metal. Die Band verstand es, solistische Gitarrenparts mit der melancholischen Stimmlage und akzentuiert gesetzten tiefen Growls des Sängers ihre selbst komponierten Songs zur stimmigen Einheit werden zu lassen. Mit Akzenten von Bassgitarrist Markus Grabowski und unterlegt mit dem Rhythmus von Carsten Jercke am Schlagzeug wurde es für die Zuschauer eine kurzweilige Stunde, die nach einer Zugabe verlangten. 

Für die Dortmunder, die schon bis Salzburg oder Malta unterwegs waren, um auf Doom Festivals zu spielen, war es „keine Frage und selbstverständlich“ für diesen Zweck unentgeltlich aufzutreten. Ben Homberger kam ein zweites Mal zum Einsatz: Bei McDeath als Bassgitarrist. Der charismatische Sänger Toto ließ keine Gelegenheit aus, mit dem Publikum zu kommunizieren. Dabei scheute er sich nicht, offensiv mit dem Zweck des Benefizkonzerts umzugehen. „Oskar, du bist ein Kämpfer, du schaffst das“, machte er der Familie Mut. 

Thrash Metal vom Allerfeinsten

Oskars Vater ist selber der Metal-Musik verbunden. Die folgende Stunde zeigten die Dortmunder, weshalb sie da waren: Spielfreude pur boten die vier Musiker ihren Fans. Mit Thrash Metal vom Allerfeinsten motivierten sie die Anwesenden zum ausgiebigen Headbangen. Extrem schnelle und trotzdem absolut sauber gespielte Gitarrenriffs der Gitarristen Phil und Toto in Verbindung mit dem starken Schlagzeuger Kai zeigten, dass sie sich „ganz bewusst für diese Musikrichtung entschieden haben“, so Toto. „Weil es uns einfach Spaß macht“. Und das strahlten sie auch aus. Sie spielten ebenso selbst komponierte Stücke, die sie auch schon in Wacken gespielt haben. 

Nach dem Konzert zeigte sich der Frontmann erfreut. „wie viel Freunde da sind, die die Sache unterstützen wollen“. Den Abschluss macht eine Band der regionalen Metalszene. Delirious sind seit 30 Jahren ein Begriff, ebenfalls als Trash Metal Band. Waren die Hammer auch durch den krankheitsbedingten Ausfall des Schlagzeugers etwas gehandicapt, spulten sie doch souverän ihr Programm ab, mit eigenen Stücken und ohne Kompromisse an Schnelligkeit und Gitarrenpräsenz. Markus „Betty“ Bednareks Stimme gibt den Songs den unverwechselbaren Stil. Andreas Supplie ließ keine Fragen offen, was ihm Spaß macht: Die Präsenz der Leadguitare ist außergewöhnlich. Neben ihrem Bassguitarristen Christian „Spletty“ Splettstösser bekamen die Hammer bem etwas gestrafften Programm Unterstützung von Nils Kreue an den Drums und Stefan Heeke (Gitarre). 

Zum Abschluss gab es den Klassiker ihres Repertoires, die Coverversion von „in a gadda da vidda“, zusammen mit ihren Fans auf der Bühne. Andreas Supplie, wie die Anderen durch das gemeinsame Interesse an der Metal Musik mit der Familie verbunden, freute sich, „so ein Stück weit helfen zu können."

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