Entsorgungswirtschaft Soest (ESG) baut unter anderem sechs neue Gasbrunnen

Beitrag zum Klimaschutz: So wird Werler Deponie fit gemacht für die Zukunft

Die Baumaschinen haben das Sagen auf der Werler Deponie.

Werl - Ganz oben auf der Werler Deponie haben gerade die Baufahrzeuge das Sagen: Bis Mitte Dezember baut die Entsorgungswirtschaft Soest (ESG) sechs neue Gasbrunnen und eine Schwachgasbehandlungsanlage, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und so zum Klimaschutz beizutragen. 

So soll der Grad der Erfassung der Deponiegase gesteigert werden. Offiziell nennt sich diese Maßnahme In-situ-Stabilisierung, oder auch Deponiebelüftung. 

Der Geschäftsführer der ESG, Jürgen Schrewe, sieht die rund 780.000 Euro teure Maßnahme, die Mitte November gestartet ist und rund zur Hälfte vom Bund finanziert wird, als eine „Investition in neue Technik“ ganz im Sinne des Klimaschutzes, angestrebt werde eine Emissionsminderung von gut 85 Prozent. 

Auf der Deponie werden „unvorbehandelte Siedlungsabfälle“ gesammelt. Bisher wurde das bei Abbauprozessen entstehende Deponiegas, aktuell etwa 50 Kubikmeter, in einer Hochtemperaturfackel verbrannt, um das anfallende Methangas unschädlich zu machen.

Weniger Methan soll entweichen

Mit dem neuen Projekt, das im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert wird, sollen demnächst rund 500 Kubikmeter Deponiegas behandelt werden.

Weniger Methan solle entweichen, so Schrewe, der zusammen mit dem Leiter der Technischen Abteilung der ESG, Dirk Conrady, die Maßnahme vorstellte. Grundsätzlich falle auf der Deponie kein reines Methangas an, dieses sei nur zu 60 Prozent im Gasgemisch vorhanden der Rest sei Co2 und Stickstoff. 

Bohrung bis in 20 Meter Tiefe

Schon 2016 wurde eine Potenzialstudie in Auftrag gegeben, so Conrady. Im Sommer wurde die Genehmigung des Vorhabens auf den Weg gebracht, Mitte November folgte der Baustart. 

Vier der sechs neuen Gasbrunnen sind von der Krone der Deponie aus gebohrt worden, jeweils bis in 20 Meter Tiefe. Die bei der erhöhten Absaugung anfallenden Gase werden bald in der neuen Anlage aufbereitet. 

Betrieb ab dem 12. Dezember

Die neuen Brunnen liegen auf dem Bereich der Kuppel in einem Kreis, dazu kommt die neue Gasbehandlungsanlage, Gasleitungen werden verlegt, um am 12. Dezember den Betrieb aufnehmen zu können. Dazu sind seit nun mehr als drei Wochen Fachfirmen auf der Deponie im Einsatz, die die Baumaßnahme umsetzen.

Silbern glänzend ist schon die neue Schwachgasbehandlungsanlage auf der Deponie aufgebaut, die bald in Betrieb genommen werden soll. Es sei eine Investition in neue Technik, meint Jürgen Schrewe, man wolle weiterhin den Umweltschutz in den Blick nehmen und das habe man seitens der ESG schon 2016 auf den Weg gebracht. Man wolle möglichst viel Gas erfassen, demnächst werde von der Deponie quasi die zehnfache Menge abgesaugt. 

Mit der neuen Technik soll eben auch der Methanausstoß verringert werden. Durch die Investitionen solle sich, so Jürgen Schrewe, aber an den Gebühren für die Bürger nichts ändern.

Vorsichtig stellt er eine „Gebührenstabilität für die nächsten Jahre“ in Aussicht

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare