Keine finanzielle Beteiligung am Tiggesloh

Bahnübergang in Holtum soll aufgegeben werden

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Der Bahnübergang am Futterweg in Werl-Holtum soll aufgegeben werden.

Büderich/Holtum. Der Verkehr wird hier nicht länger in die Schranken gewiesen: Der Bahnübergang am Futterweg in Holtum soll ersatzlos aufgegeben werden. Das schlägt die Verwaltung der Politik zum Beschluss im Planungsausschuss vor. Im Gegenzug gibt es eine positive Nachricht für die Stadt: An der Erneuerung des benachbarten Bahnübergangs Tiggesloh muss sie sich finanziell nun doch nicht beteiligen.

Im April hatte die Stadt gegenüber dem Anzeiger erstmals Bereitschaft signalisiert, auf den Bahnübergang am Futterweg verzichten zu können. Der werde nur selten frequentiert, 22 motorisierte Fahrzeuge am Tag wurden dort mal gezählt. Zudem hat die Bahn hohes Interesse daran, auf möglichst viele Querungen zu verzichten. Ein Hauptargument aber: Eigentlich müsste auch dieser Bahnübergang wegen seines Alters und Sicherheitsbedenken dringend erneuert werden – für eine Millionensumme. 

Das Geld will und kann man sparen. Daher hatte die Bahn bei der Stadt angefragt, ob ein Verzicht denkbar sei. Der Übergang verfügt über eien der „Anrufschranken“, die sich nur auf Knopfdruck-Anforderung hebt. Ist er, so die Verwaltung. Zumal sich in rund 400 Meter Entfernung bereits der nächste Bahnübergang am Iwering befindet. Der sei über einen parallelen Wirtschaftsweg gut erreichbar, der Umweg sei „zumutbar“. 

Daher sei der Verzichts-Wunsch der Bahn nachvollziehbar. 1,2 Kilometer vom Futterweg entfernt kreuzt die Straße Tiggesloh die Schienen. Er war nach mehreren Pannen und mindestens zwei dokumentierten Unfällen mit einem Radler und einer Kutsche ins Gerede gekommen. Die Anruf-Funktion funktionierte nicht reibungslos. Daher soll der Übergang nun für 1,4 Millionen Euro saniert werden und eine automatische Halbschranke erhalten. Die Stadt hatte befürchtet, mit einem Betrag von fast einer halben Million Euro an der Finanzierung beteiligt zu werden. Das aber ist nun vom Tisch. Die Bahn habe eine Beteiligung rechtlich prüfen lassen. Das Ergebnis: Werl muss nicht zahlen. 

Noch in diesem Jahr sollen die notwendigen Gleisarbeiten in dem Bereich durchgeführt werden, 2019 die Erneuerung der Signalanlage sowie die Straßenbauarbeiten samt Verbreiterung der Straße im Schrankenraum. Dazu gibt es eine Mitteilung der Verwaltung für die Politik. Im Vorfeld hatte es mehrere Treffen der Stadt mit Vertretern der Deutschen Bahn und der DB Netz gegeben. Die Bahn hatte auch für andere Übergänge in Werl von „straßenbaulichen Varianten“ gesprochen, ohne konkret zu werden. 

Man betrachte auch die Übergänge Budberger Straße, Im Felde, Uffler Weg, Weststraße und Breite Straße „unter Berücksichtigung von örtlichen Gegebenheiten wie beispielsweise Fuß- und Radwege, Straßenbreiten, Abbiegebeziehungen oder Verkehrszählungen“.

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