Belastung durch den Durchgangsverkehr

Verkehrsprobleme in Hilbeck: Lösungsvorschlag für die B 63

Verkehrsstau B 63 in Hilbeck
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Der Durchgangsverkehr ist eine Belastung für Hilbeck. Die SPD schlägt daher eine neue Querung für Fußgänger vor.

Der dichte Verkehr auf der Bundesstraße 63 ist für viele Hilbecker eine Belastungsprobe. Und der Auto- und Lasterstrom teilt das Dorf in zwei Hälften. Zumindest für dieses Problem hat sich die Werler SPD jetzt eine Lösung überlegt.

Werl/Hilbeck - Eine Unterführung oder Überbrückung der B63 für Fußgänger und Radfahrer soll her, um die Anwohner zumindest in Sachen Straßenquerung zu entlasten. Für diese Idee hat sich der Ortsverband den Landesvorsitzenden der Partei ins Boot geholt. Sebastian Hartmann war kürzlich zu Besuch in Werl, um sich die Verkehrslage vor Ort anzusehen.

„Jeden Tag fahren hier rund 19.000 Fahrzeuge durch“, erzählte Hartmann mit Blick auf die B63. Ihm gefiel daher die Idee seiner Parteifreunde, weshalb er versprach, diese an den zuständigen Stellen vorzutragen. „Es soll auf jeden Fall darüber nachgedacht werden“, meinte Hans-Jürgen Stache, Ortsvorsitzender der SPD in Werl.

Stache glaubt nicht an schnellen Lückenschluss

Der geplante Autobahn-Lückenschluss zwischen der A 445 bei Werl und der A 2 bei Rhynern soll den Verkehr auf der B63 künftig deutlich reduzieren. Doch Stache rechnet nicht damit, dass dieser in absehbarer Zeit umgesetzt wird. „In diesem Jahr legt der Bund die Planungen für die Trasse offen“, sagt Stache. „Danach werden aber Rechtsmittel möglich und ich gehe davon aus, dass das auch genutzt wird.“

Das Ergebnis der Planfeststellung wird auch deshalb mit Spannung in Werl erwartet, weil die Stadt eine Trassen-Variante vorgeschlagen hatte. Die war als Reaktion darauf erfolgt, dass die Straßenplaner die A 445 aus Umweltschutzgründen im Strangbachtal deutlich näher an Hilbeck herangerückt hatten. Die Stadt Werl schlug nach Protesten aus Hilbeck eine Verschiebung der Trasse in Richtung Sönnern über die Felder vor.

Klage würde Ausbau verzögern

Große Chancen werden dem Ansinnen aber nicht eingeräumt. Die Gegner des Autobahnbaus, die die Bürgerinitiative „StoppT A445“ (BI) gegründet haben, sammeln bereits seit einiger Zeit Spenden, um eine Klage finanzieren zu können. Diese würde den Ausbau wohl deutlich verzögern.

„Keine Millionen ausgeben“

Für die SPD ist das nicht hinnehmbar. „Wenn das mit dem Lückenschluss noch Jahre dauert, muss eine Querungshilfe sofort kommen“, fordert Stache. Ihm sei bewusst, dass das Geld koste und er wisse auch, dass die Untertunnelung oder Überbrückung dann kaum noch gebraucht werde, wenn der Autobahn-Lückenschluss denn irgendwann fertig ist. „Daher muss das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmen“, meint der SPD-Ortsvorsitzende. „Für die Querungshilfe kann man keine Millionen ausgeben.“

Mit den anderen Ratsfraktionen hat sich die SPD diesbezüglich noch nicht kurzgeschlossen, so Stache. „Wir müssen daher auch mit einer Ablehnung rechnen.“

Einsatz für Bahnunterführung

Der SPD-Landesvorsitzende Sebastian Hartmann ist Fachmann für Verkehrsfragen, war Mitglied im Bundesverkehrsausschuss. Neben der B63 in Hilbeck schaute er sich während seines Werl-Besuchs auch noch andere Knotenpunkte in der Stadt an. Bei der geplanten Bahnunterführung am Bahnhof erklärte er, dass er sich für eine Verkürzung der Planungs- und Bauzeit einsetzen werde. Momentan geht die Deutsche Bahn von einer Umsetzungszeit für das Projekt von acht Jahren aus. Das sei zwar realistisch, so Hartmann, doch jeder gewonnene Tag sei hier ein Erfolg. Auch der Autobahnlärm im Werler Osten stand auf Hartmanns Liste. Vor Ort hörte er sich die Sorgen der Anwohner an.

Kommentar von Dominik Maaß

Nicht schon wieder eine Brücke

Es ist nicht der erste Brückenschlag, den die SPD ins Spiel bringt. Schon bei der Diskussion um die Walburgisschule war von einer Fußgängerbrücke für Schüler über die Paul-Gerhardt-Straße die Rede. Eine Brücke über die B 63 – das klingt ähnlich absurd.

Man muss sich nur die Dimension eines solchen Bauwerks samt barrierefreier Rampen vorstellen: Die Planung würde viel zu lange dauern, die Kosten wären viel zu hoch. Und wenn die Autobahn da ist, hat Hilbeck ein neues, ungenutztes Wahrzeichen.

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