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Autowerkstatt ausgebrannt: Verletzter mit Hubschrauber in Klinik geflogen- Polizei äußert sich zur Ursache

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Von: Dominik Maaß, Gerald Bus

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Weit sichtbar war die Rauchsäule über Werl.
Weit sichtbar war die Rauchsäule über Werl. © Fritz Schütte

[Update, Mittwoch, 13:50 Uhr] Nach dem Brand einer Autowerkstatt im Werler Norden mit zwei Verletzten hat sich die Polizei am Mittwoch zur Ursache geäußert. An der Harkortstraße war am Dienstagnachmittag eine Autowerkstatt in Flammen aufgegangen. Die Feuerwehr war bis zum Abend im Großeinsatz, musste auch am Mittwochmorgen noch nachlöschen.

Werl - Ein Mann wurde bei dem Feuer so schwer verletzt, dass er mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen wurde. Nach Polizeiangaben handelt es sich bei ihm um einen 55 Jahre alten Werler.

Der Werler sei zuvor mit Arbeiten im Bereich einer Hebebühne beschäftigt gewesen, als das Feuer ausbrach. Die Polizei beschlagnahmte den Brandort und leitete ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Brandstiftung ein. Denn es bestehe der „Anfangsverdacht, dass das Feuer bei Arbeiten im Bereich der Hebebühne fahrlässig verursacht worden sein könnte“, schreibt Polizeisprecher Holger Rehbock.

Ein in der Nähe befindlicher Zeuge, der durch die Hilferufe des 55-Jährigen auf das Feuer aufmerksam geworden war, sei vorsichtshalber zur weiteren Untersuchung mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht worden.

Zur Schadenshöhe äußerte sich die Polizei nicht. Der betroffene Hallenkomplex sei nach dem Brand und den Löscharbeiten aber akut einsturzgefährdet.

Als die Feuerwehr am Einsatzort eintraf, stand die Werkstatthalle bereits in Flammen.
Als die Feuerwehr am Einsatzort eintraf, stand die Werkstatthalle bereits in Flammen. © Feuerwehr

Die schwarze Rauchfahne war am Dienstagnachmittag schon von weitem sichtbar, über den Einsatzort wurde schnell spekuliert. Immer wieder hallte Martinshorn durch die Stadt, letztlich war die gesamte Werler Feuerwehr im Einsatz.

Großbrand in Autowerkstatt Werl: Gasflaschen explodiert

Immer wieder schlugen Flammen aus der kleinen Gewerbehalle, die an einer unausgebauten Stichstraße hinter dem Hagebaumarkt liegt. Zwischendurch knallte es mehrfach. Mehrere Gasflaschen in der Werkstatt waren explodiert. Die Feuerwehr war aber schnell sicher, dass sich niemand mehr in dem noch immer brennenden Gebäude befand.

Ein Zeuge berichtete gegenüber unserer Redaktion, dass das Feuer im Werkstattbereich ausgebrochen sei. Er habe gesehen, wie ein Mann versuchte, die Flammen mit einem kleinen Feuerlöscher zu ersticken. Er habe ihn regelrecht angebrüllt, doch der Mann habe sich zunächst von seinen verzweifelten Löschversuchen nicht abbringen lassen.

Warnung vor Rauchgasen

Die Rauchgase stiegen zunächst senkrecht nach oben, später drehte aber immer wieder der Wind und trieb den Qualm in verschiedene Richtungen. Anlieger und Schaulustige mussten weichen. Um 15.32 Uhr wurde die Werler Bevölkerung dann per NINA-Warn-App vor den möglichen Folgen der Rauchentwicklung gewarnt. Auch die Nutzer des benachbarten Sportparks wurden zwischenzeitlich angehalten, das Gelände vorsichtshalber zu verlassen.

Die Hammer Straße wurde im Bereich der Einsatzstelle gesperrt, weil Platz für den Rettungshubschrauber und für Hilfsmaßnahmen der Feuerwehr benötigt wurde. Erst gegen 18.30 Uhr konnte die Straße wieder freigegeben werden.

Die Feuerwehr brachte zur Brandbekämpfung auch die Drehleiter in Stellung.
Die Feuerwehr brachte zur Brandbekämpfung auch die Drehleiter in Stellung. © Dominik Maaß

Die Halle galt schon früh als einsturzgefährdet. Daher versuchte die Feuerwehr laut Wehrleiter Karsten Korte auch keinen Innenangriff, sondern löschte nur von außen. Dazu wurde auch die Drehleiter in Stellung gebracht. Von mehreren Seiten näherten sich die Kameraden der Feuerwehr unter Atemschutz zum Angriff auf die Flammen. Die Vorsicht war berechtigt: Das Hallendach stürzte später in Teilen ein.

Autos und Motorräder in Halle ausgebrannt

Die Autowerkstatt und mehrere Autos und Motorräder in der Halle waren nicht mehr zu retten, auch mehrere Fahrzeuge, die vor der Halle standen, wurden wohl durch die Hitze beschädigt. Immerhin habe man durch den Einsatz aber ein Übergreifen auf benachbarte Gebäude verhindern können, so Korte. 

Noch um 19 Uhr war die Feuerwehr mit Löscharbeiten beschäftigt. Zwei Stunden nach dem eigentlichen Einsatzende und am Mittwochmorgen rückte die Feuerwehr noch zweimal zum Nachlöschen aus. Ein Bagger der benachbarten Firma Becka half dabei, Trümmer zur Seite zu räumen, um besser an die Brandnester zu kommen. Feuerwehrchef Karsten Korte dankte ausdrücklich den benachbarten Firmen und Anwohnern für ihre Unterstützung. Manche hätten die Einsatzkräfte auch mit Essen und Getränken versorgt. „Das war wirklich beeindruckend.“

Das Hallendach stürzte teilweise ein.
Das Hallendach stürzte teilweise ein. © Dominik Maaß

Neben der Werler Feuerwehr war am Dienstag auch der Abrollcontainer Atemschutz des Kreises Soest und der ABC-Messzug des Kreises war vor Ort. Den Grundschutz für Werl übernahm die Feuerwehr Ense. Korte lobte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit der Polizei. Negative Erlebnisse, etwa Schwierigkeiten mit Schaulustigen habe es nicht gegeben.

Auch um kurz nach 15 Uhr schlagen noch immer Flammen aus der kleinen Werkstatthalle.
Auch um kurz nach 15 Uhr schlagen noch immer Flammen aus der kleinen Werkstatthalle. © Dominik Maaß

Hagebaumarkt muss Lüftung schließen

Für den angrenzenden Hagebaumarkt hatte das Feuer in der Nachbarschaft keine größeren Auswirkungen, mit Ausnahme immer wieder mal kurzzeitiger Sperrungen zum Parkplatz durch die Rettungsarbeiten. „Wir haben die Situation beobachtet, mussten aber nur kurz die Lüftung ausstellen, damit die Gase nicht ins Geschäft ziehen“, sagt Bereichsleiter Florian Weiß. Die Kunden mussten den Baumarkt aber nicht verlassen.

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