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Raststätte an der A44 öffnet wieder

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Von: Klaus Bunte

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Luftbild, Autobahn A44 Raststätte Am Haarstrang, Baustelle und Neubau Haarstrang Nord
Die Raststätte „Haarstrang Nord“ in einem Luftbild von Anfang Juli, als viele Wege und Zufahrten der Anlage nördlich der A44 noch nicht fertiggestellt waren. © Hans Blossey

Die Autobahn Westfalen hat nach 15-monatiger Bauzeit und einer zuletzt zweimonatigen Vollsperrung die Autobahn-Raststätte Am Haarstrang-Nord an der A 44 bei Werl wieder für den Verkehr freigegeben.

Werl - Die Tank- und Rast-Anlage in Fahrtrichtung Dortmund wurde im nördlichen Bereich erweitert, wodurch nun mehr als 84 zusätzliche Lkw-Stellplätze zur Verfügung stehen (von 21 auf 105). Hinzu kommen mehr Pkw-Parkplätze (von 35 auf 76), Busparkplätze, ein Streifen für Schwertransporte und Parkbuchten, die künftig für E-Ladesäulen genutzt werden können. 13 Millionen Euro hat der Bund dafür in die Hand angenommen.

Für die Menschen im Raum Werl hat dies vor allem drei Vorteile: Zum einen ist davon auszugehen, dass künftig weniger Lkw-Fahrer die Autobahn verlassen, um in den Gewerbegebieten oder an der Wickeder Auffahrt zur A 445 zu übernachten. Gerade dort gab es immer wieder Klagen über die Vermüllung des Seitenstreifens. Dies führt zudem zu weniger Emissionen und entlastet den Verkehr direkt an der Raststätte, wo die Fahrer häufig für Rückstaus auf der Autobahn sorgten, wenn sie dort auf einen Stellplatz hofften.

Die Rastbereiche des Parkplatzes wurden neu angelegt und mit modernen Sitzmöbeln und 30 Zentimeter hohen Borsteinen statt Leitplanken ausgestattet. Zudem wird die Rastanlage zukünftig während der Nachtstunden komplett beleuchtet sein. Eine Notrufsäule befindet sich auf der Rastanlage und ist damit ruhig gelegen.

Im Lkw-Stellplatzbereich wird derzeit ein zusätzliches modernes WC-Gebäude mit geschlechterneutralen Kabinen errichtet – was nichts mit Gendern zu tun habe, sondern die Angst vor sexualisierten Übergriffe im Vorraum verringere, so Pressesprecher Christopher Köster. Die Toiletten sollen in rund einem Monat kostenfrei nutzbar sein. Bis dahin können die Besucher die kostenpflichtigen Toiletten in der Raststätte benutzen.

Ein Manko hat die Toilette jedoch, wenn es nach dem Bundestagsabgeordneten Hans-Jürgen Thies beim Ortstermin geht: Dass sich auf dem Dach noch keine Photovoltaikanlage befinde, „da müsste die Öffentliche Hand doch mit gutem Beispiel vorangehen“. „Wir selber dürfen keinen Gewinn machen, dürften nur zum Eigenbedarf Strom gewinnen“, betont der Projektverantwortliche Richard Franz, dazu müsse erst wieder eine eigene Ausschreibung erfolgen.

Im Zuge des Ausbaus wurde angesichts der großflächigen Versiegelung eine Regenwasserbehandlungsanlage mit Regenklär- und Regenrückhaltebecken neu errichtet. Im Regenklärbecken werden die anfallenden, mechanisch abscheidbaren, wassergefährdenden Stoffe des anfallenden Niederschlagswassers mittels einer Tauchwand zurückgehalten. Auf den derzeit noch trockenen stoppeligen Grünanlagen entlang der Parkplätze sollen bald regionale Pflanzen wachsen.

Die veranschlagte Bauzeit betrug ursprünglich zwei Jahre, die Firmen schafften es in 15 Monaten. Nun hofft die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Westfalen, darauf, dass es ebenso gut läuft, wenn ab Frühjahr die Raststätte Haarstrang-Süd nahezu identisch ausgebaut wird.

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