Außengastronomie

Stadt Werl will auf Gebühren verzichten

+
Im Altstadtbistro in der Werler Fußgängerzone wird die Außengastro gut genutzt

Werl  - Die Stadt Werl will den Gastronomen und Ladenbesitzern entgegenkommen. Die Sondernutzungsgebühren für die Außenflächen sollen 2020 ausgesetzt werden.

Weniger Tische und Stühle, dafür mehr Abstand: Die Werler Gastronomie hat auch im Außenbereich zu leiden, denn diese Sondernutzung von öffentlichen Flächen kostet zusätzliche Gebühren. Auch Ladeninhaber, die in der Fußgängerzone ihre Waren ausstellen, zahlen Gebühren. 

Weniger Bestuhlung heißt in Coronazeiten aber auch weniger Einnahmen, wie eine Betroffene deutlich macht, die jetzt nur noch die Hälfte des Mobiliars vor ihrem Bistro stehen hat. Die Stadt Werl will in Sachen Gebühren in dieser speziellen Saison daher großzügig sein, antwortete Bürgermeister Michael Grossmann auf eine CDU-Anfrage in der jüngsten Ratssitzung. 

Es wurden bisher keine Gebühren erhoben und das soll in diesem Jahr auch nicht geschehen. Der Rat soll in seiner nächsten Sitzung im August einen entsprechenden Verwaltungsvorschlag diskutieren und sich mit der dafür notwendigen Satzungsänderung befassen. Die finanzielle Entlastung sei nicht immens groß, erläutert Iris Bogdahn aus dem Rathaus, vielmehr gehe es „um ein Signal an die Gastronomen und Ladenbesitzer“. 

Rund 7500 Euro kassiert die Stadt Werl von ihren Gastronomen für Außengastronomie auf öffentlichen Flächen im Jahr. Hinzu kommen rund 5700 Euro für Warenauslagen. Geplant, so Bogdahn ist, dass die Sondernutzungsgebühren für 2020 ausgesetzt werden. Insgesamt will die Stadt den Gastronomen und Ladenbesitzern entgegenkommen. Das Ordnungsamt gehe auch nicht los und messe, ob die Flächen zentimetergenau eingehalten werden. „Die Gastronomen sind durch die Abstandsregeln darauf angewiesen“, sagt Grossmann.

Die Sondernutzungsgebühren werden je nach Größe der Fläche erhoben. Nur eines muss sichergestellt werden, da sind sich Michael Grossmann und Iris Bogdahn einig: „Die Rettungswege müssen frei bleiben.“ 

Reaktionen der Gastronomen

„Das wäre eine schöne Geste der Stadt, die uns hilft“, sagt Peter Pauthner. Der Pächter von „Diers am Markt“ in Werl hat zurzeit nur sechs statt zehn Tische im Außenbereich stehen, wo er auch nur 18 statt 30 Gäste bewirten kann. Im Altstadtbistro Hünnies in der Steinerstraße in Werl läuft die Außengastronomie auf öffentlichem Grund ebenfalls nur eingeschränkt: acht statt 16 Tische, 26 statt 60 Sitzmöglichkeiten. Auch Monika Hünnies begrüßt die Absicht der Stadt, auf die Sondernutzungsgebühr in diesem Jahr zu verzichten. Drastisch reduziert hat Rosalba Paldino vor dem Eiscafé da Rosa in der Walburgisstraße. Von sonst 19 Tischen mit Bestuhlung sind in Coronazeiten sechs übrig geblieben. Das mache das Geschäft draußen „sehr schwierig“. Vor seiner Pizzeria Rimini in der Steinerstraße musste Bruno Quadrelli seine Tischanzahl von zehn – an Wochenende auch 14 – zwar nicht reduzieren, wohl aber anders stellen, „um den Abstand zu respektieren“. Der mögliche Gebührenerlass freut auch ihn.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare