Nach dem Aus beim Freizeitartikel-Hersteller

Jobsuche für Kettler-Mitarbeiter und Azubis: Deshalb sind IHK und Arbeitsagentur zuversichtlich

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Wegweisende Wochen für die Kettler-Mitarbeiter: Die Arbeitsagentur hofft, möglichst viele in neue Jobs vermitteln zu können.

Werl - Nach dem Kettler-Aus kümmern sich Industrie- und Handelskammer (IHK) und Arbeitsagentur um die Vermittlung der ehemaligen Auszubildenden und Mitarbeiter des insolventen Freizeitartikel-Herstellers. Beide zeigten sich auf Anfrage zuversichtlich, für viele Beschäftigte eine neue Anstellung finden zu können.

Gut ein Dutzend Lehrlinge waren zuletzt noch bei Kettler beschäftigt. Ein Ausbildungsberater und zwei "Azubifinder", die sich eigentlich um die Vermittlung von Schülern kümmern, haben am Mittwoch in der Hauptverwaltung mit den Azubis gesprochen. 

„Wir begleiten die Auszubildenden aktiv, bieten Beratung an und versuchen, mithilfe unseres Netzwerks, Lösungen für sie zu finden“, sagt Bernd Wieneke, Teamleiter der IHK-Ausbildungsberatung. Er sei guter Hoffnung, dass dies gelingen wird. 

Ausbildung hat guten Ruf

Die Ausbildung bei Kettler habe trotz der Turbulenzen in den vergangenen Jahren immer noch einen guten Ruf. Und der Ausbildungsmarkt sei zurzeit von einem deutlichen Stellenüberschuss geprägt. 

Ob angehender Werkzeugmechnaniker oder angehende Industriekauffrau – die Übernahme sei für andere Firmen sicher interessant. Wer einen Platz für einen Kettler-Azubi hat, könne sich an ihn wenden, so Wieneke. 

Einige der Azubis stünden kurz vor der Prüfung. In diesen Fällen sei zu prüfen, ob sie ihre Ausbildung bei Kettler beenden können. Schließlich soll das Ausproduzieren noch einige Monate dauern. 

Arbeitsagentur mit vielen Mitarbeitern vor Ort

Die Arbeitsagentur habe insgesamt 27 Mitarbeiter in Marsch gesetzt, um in diesen Tagen vor Ort und in vertrauter Umgebung erste Gespräche mit den Kettler-Mitarbeitern zu führen, berichtete Dr. Reinhard Langer, Geschäftsführer bei der Arbeitsagentur Soest-Meschede. Bei Kettler arbeiteten zuletzt rund 550 Mitarbeiter. 

Die Beratung von so vielen Beschäftigten wäre im Regelbetrieb der Agentur gar nicht möglich gewesen. Auch die Hammer Agentur für Arbeit sei mit zwei Kollegen vor Ort gewesen, weil es auch in Hamm einige Betroffene gibt. 

Viele offene Stellen

Zunächst seien die Daten und Lebensläufe aufgenommen worden, so Langer. Im nächsten Schritt stünden Gespräche mit Vermittlungsfachkräften an. „Ich bin da ganz zuversichtlich, dass wir eine ganze Reihe an Angeboten machen können.“ Es gebe zurzeit viele offene Stellen, wenn auch nicht immer vor der Haustür. Auch Qualifizierungsmaßnahmen werde man offensiv anbieten. 

Je länger die Arbeitslosigkeit dauert...

Insbesondere für die vielen treuen Kettler-Mitarbeiter, die die 50 bereits überschritten haben, sei die Bereitschaft wichtig, sich auf Neues einzulassen. Allen Betroffenen rät Langer: „Sie sollten lieber einen Arbeitsplatz annehmen, der nicht zu hundert Prozent den Vorstellungen entspricht, als zehn Monate auf den vermeintlich passenderen Job zu warten.“ Je länger die Arbeitslosigkeit dauert, desto schwieriger werde die Vermittlung.

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