Kirche steht noch

Arbeiten im Stadtwald: Kino, Kraftwerk, Hallen und Kasernen abgerissen

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Ein Teil der alten Kirche wurde bereits abgerissen. Viele andere Gebäude sind bereits komplett verschwunden.

Werl - Es tut sich was im Werler Stadtwald: Wo vor ein paar Wochen noch Militär-Häuser und weitere Gebäude standen, ist jetzt Brachland. Die Abrissarbeiten sind bald abgeschlossen. Ein Teil der Kirche steht aber noch.

Dem Erdboden gleichgemacht wurden dafür bereits zum Beispiel das Kino, die Turn- und Squash-Halle sowie das Kraftwerk. Die vier Kilometer langen Fernwärmeleitungen werden ebenfalls entfernt.

Die Rodungen rund um die Komplexe wurden bereits abgeschlossen. Betroffen von den Fällarbeiten waren hauptsächlich junge Bäume. In zwei Wochen soll der Großteil der Bauten abgebrochen sein. Danach folgt die Wiederaufforstung sowie der Bau eines Landschaftshügels. Darauf soll ein Aussichtsturm entstehen.

Ständige ökologische Begutachtung

Ökologen überprüfen vor jedem Abriss, ob sich noch Tiere im Gebäude befinden. Erst, wenn sicher ist, dass sich keine Tiere mehr im Inneren aufhalten, kann mit den Arbeiten begonnen werden. „Das Projekt steht stets unter ökologischer Begutachtung“, erklärt Antonio de Sousa, Oberpolier der Firma Hugo Schneider.

Wurzeln und Totholz werden zum Teil aufbewahrt, bieten Kleintieren und Vogelarten Unterschlupf. Für Eulen und Fledermäuse wurden in der Umgebung ausreichend Plätze geschaffen, schildert Antonio de Sousa. So sieht man bereits jetzt an vielen Bäumen Vogelhäuschen und Fledermauskästen in den unterschiedlichsten Größen.

Abrissarbeiten im Werler Stadtwald

Kirchen-Kreuze sollen erhalten bleiben

Ein paar Gebäude sollen auch erhalten bleiben. Zum Beispiel zwei Tankstellen- und ein Wachhäuschen. Auch die Kreuze der Kirchen sollen aufbewahrt werden und an gleicher Stelle, wo die Kirchen standen, angebracht werden. Die Arbeiten führen die Unternehmen Hugo Schneider GmbH und Bernhard Heckmann GmbH & Co KG aus Hamm gemeinsam durch.

Der Bauschutt wird nach Schadstoffen sortiert. So entstehen verschiedene Haufen, die sich auf dem gesamten Gebiet verteilen. Die Stoffe werden zudem auch in Containern separiert, betont Antonio de Sousa. Schadstofffreier Schutt soll später vor Ort noch verwendet werden, alle anderen Baustoffe werden umweltgerecht entsorgt.

Aussichtsturm wird höchster Punkt in Werl

Das brauchbare Material wird für den Schüttkegel genutzt. Die Aufstandsfläche für das später folgende Landschaftsbauwerk ist bereits komplett gerodet. Noch im Frühjahr soll mit der Aufschüttung begonnen werden. Der Bodenaushub wird rund 2 Millionen Tonnen betragen. Daraus wird ein Landschaftshügel im Wald modelliert, der 25 Meter hoch und öffentlich zugänglich sein wird.

Der 35 Meter hohe, dreieckige und in sich gedrehte Aussichtsturm aus Holz und Stahl wird darauf aufgesetzt. Die Plattform wird 285 Meter über Normalnull (NN) liegen. In Werl wird es dann kein höheres Gebäude geben. Von dort oben haben Besucher einen freien Blick über das Ruhrgebiet, das Münster- und Sauerland.

Großprojekt kostet 14 Millionen Euro

50 Parkplätze an der heutigen Einfahrt zum Camp-Areal und Straßen sowie einen Waldlehr- und Erinnerungspfad sollen entstehen. Ein barrierefreier Weg mit einer Länge von 800 Metern und einer Steigung zwischen vier und sechs Prozent, der auch für Rollstuhlfahrer nutzbar sein wird, soll sich zur Plattform schlängeln. Der Aussichtsturm wird der Abschluss des Mammutprojekts im Werler Stadtwald sein, das insgesamt 14 Millionen Euro kosten soll. Das Projekt ist auf sieben Jahre angelegt.

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