Antrag von zwei Vereinen

Überraschender Kunstrasen-Entscheid

Links vom Naturrasenplatz des Hilbecker Stadions sollte der Kunstrasenplatz entstehen.
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Links vom Naturrasenplatz des Hilbecker Stadions sollte der Kunstrasenplatz entstehen.

Die „Pille“, als die der Fußball oft bezeichnet wird, ist in diesem Fall eine bittere. Und die müssen der SV Hilbeck und der SC Sönnern schlucken. Denn ihr gemeinsamer Antrag auf den Bau eines Kunstrasenplatzes wurde am Dienstagabend gar nicht erst im Sportausschuss behandelt.

Werl – Vielmehr bestätigte sich, was bereits kurz vor der Sitzung durchgesickert war: Der Antrag wurde zurückgezogen, weil keine Aussicht auf eine Finanzierung aus dem „Investitionspakt zur Förderung der Sportstätten“ besteht; dort winkten Landes-Zuschüsse in Höhe von 90 Prozent.

Aber die Verwaltung erfuhr im Vorfeld bei einer Hauptverwaltungsbeamtenkonferenz mit NRW-Ministerin Ina Scharrenbach (CDU), dass der Fördertopf 21-fach überzeichnet sei. Für die Förderung von Kunstrasenplätzen oder Umrüstungen auf LED bei Flutlicht bestehe bei der Flut qualitativ hochwertiger Anträge keine Chance. Daher mache ein Antrag zur Förderung aus diesem Fördertopf keinen Sinn. Zeit und Geld wären verschwendet. Die Verwaltungsspitze hat beide Vereine im Vorfeld der Ausschusssitzung über die Entwicklung informiert. Dabei, so Bürgermeister Torben Höbrink am Dienstag auf Anfrage, habe es Verständnis bei den Sportclubs gegeben. Ein Zurückziehen des Antrags auf den Bau eines Kunstrasenplatzes sollte davor schützen, dass die Politik ihn ablehnen muss.

Denn eines machte der Bürgermeister deutlich: Die benötigten Kosten von bis zu 800 000 Euro könnte die finanziell gebeutelte Stadt nicht stemmen. „Das ist ohne Frage schade – aber das schaffen wir einfach nicht“, sagte Höbrink. Also gelte es nun, andere Fördermöglichkeiten des Landes oder Bundes zu beobachten, um zu sehen, ob sich andere Möglichkeiten ergeben.

Antrag auf unbestimmte Zeit verschoben

Der Antrag aus Hilbeck und Sönnern ist damit nur verschoben – auf unbestimmte Zeit. Kurzfristig wird es sicher nichts mit dem Bau. Aber es ist auch nicht Ziel, Gras über die Sache wachsen zu lassen. Gras, das in Hilbeck und Sönnern aber weiter sprießen wird. Denn beide Fußballclubs haben einen Naturrasen als Hauptplatz und wollen ihn auch behalten.

Der Kunstrasenplatz sollte auf dem Nachbarplatz des Naturrasenplatzes im Willi-Hafer-Stadion in Hilbeck entstehen. Beide Vereine hatten Eigenleistung und Spendensammlungen „im angemessenen Umfang und nach ihren Möglichkeiten“ angekündigt Zum Platz gehören Flutlicht, Zaunanlage und Zubehör. Der Kunstrasen als Alternative sollte vor allem im Winter helfen, den Spiel- und Trainingsbetrieb aufrecht zu erhalten.

Der SC Sönnern und der SV Hilbeck bilden mit SuS Scheidingen im Nachwuchsbereich eine Jugendspielgemeinschaft. Der gemeinsame Sportplatz sollte die Zusammenarbeit stärken und beide Vereine „noch näher zusammenbringen.“ Das Gemeinschaftsprojekt basiere auf dem „langjährigen Wunsch“ nach Kunstrasen, hatte es im Antrag geheißen.

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