Es stinkt noch nicht

Werler Bauern warten mit Gülle

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Werl - Einige Bauern haben im östlichen Ruhrgebiet bereits begonnen, Gülle auf die Felder zu fahren, zum Ärger der Anwohner, wie es in Berichten heißt. Auf den Äckern rund um die Hellwegstadt ist das aber laut Henning Cloer, Ortslandwirt, noch nicht passiert, bereiten sich die Bauern auf das kommende Frühjahr vor.

Im vorliegenden Fall scheine es sich um eine Ausnahmeregelung zu handeln, die wohl hier noch niemand in Anspruch genommen habe. Gülle sei immer noch die natürlichste Düngung, betont Henning Cloer, Werler Ortslandwirt – wissend um die Kritik, die die Landwirte erfahren, wenn die Gülle aufgebracht wird. Dafür gebe es aber detaillierte Gesetzesvorgaben, so Cloer. 

Erst nach dem 31. Januar darf wieder gestartet werden, gestattet die „Düngeverordnung“ erstmals wieder das Verteilen der Gülle. Und auch hier gibt es Unterschiede: Vom 1. November bis zum 31. Januar des Folgejahres darf der Stoff nicht auf Ackerland verteilt werden und vom 15. November bis zum 31. Januar nicht auf Grünland. 

Weitere Regelungen beachten

Im östlichen Ruhrgebiet, so Henning Cloer, hätten sich die Landwirte wahrscheinlich eine Sperrfristverschiebung genehmigen lassen. Die Landwirtschaftskammer teilt dazu mit, dass mit diesem Antrag „der Landwirt die offizielle Sperrfrist entweder vorziehen oder nach hinten verlagern kann“. Dafür müsse er aber auch um genau diese Frist eher mit der Ausbringung der Gülle fertig werden. Natürlich, so Cloer, müsse man dann aber auch die weiteren Regelungen beachten. 

Die Witterung spiele hier natürlich eine große Rolle, damit auch die Geruchsbelästigung gering gehalten werde. Gülle darf demnach nicht auf durchgängig gefrorenen, überschwemmten und „wassergesättigten“ Böden ausgefahren werden; nichts darf in Oberflächen- und Grundwasser gelangen.

Frost hilft beim Befahren 

Wer jetzt mit Gülle düngt, nutzt also den Frost, durch den der Acker besser befahrbar ist. Durch die Tagestemperaturen sei es dann aber so, dass die Gülle in den Boden eindringen kann. Diese müsse auch nicht eingearbeitet werden, da die Pflanzen ja sonst beschädigt würden. 

Für das Sommergetreide und die Anpflanzung von Mais, die ab März/April starte, müsse Gülle aber eingegrubbert werden, erläutert der Ortslandwirt.

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