Prozess

Werlerin missbraucht wiederholt den Notruf und erhält Geldstrafe

Eine Frau aus Werl wählte immer wieder ohne Not die Nummer des Notrufs.
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Eine Frau aus Werl wählte immer wieder ohne Not die Nummer des Notrufs.

Zum wiederholten Mal hat eine Werlerin den Notruf missbraucht. Das kam sie nun teuer zu stehen. Die Vorsitzende Richterin verurteilte die 54-Jährige zu einer Geldstrafe von 3000 Euro.

Werl - Die Angeklagte hatte am 30. September des vergangenen Jahres innerhalb von acht Stunden 125 Mal von ihrem Handy aus den Notruf der Rettungsleitstelle in Soest angerufen. Erst zwei Wochen vor dieser Tat war sie wegen Missbrauchs des Notrufs zu 1500 Euro Geldstrafe verurteilt worden.

Die Richterin ging im Urteil nicht auf den Antrag der Staatsanwaltschaft ein. Die hatte vier Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung gefordert. „Ich habe die Befürchtung, dass Sie diese Aktion wiederholen und deswegen im Gefängnis landen“, erklärte die Vorsitzende. Die Angeklagte versprach, dass sie die Anrufe an die Rettungsleitstelle in Zukunft nur noch im Notfall tätigen wird.

Unter Betreuung

Zuvor hatte die Staatsanwältin die Anrufe, die sich zwischen 1.40 Uhr und 9.49 Uhr ereignet haben sollen, einzeln vorgetragen. Die unter Betreuung stehende Werlerin gab die Vorwürfe zu. „Ich hatte Durchfall und wollte, dass ich ins Krankenhaus komme und mir dort geholfen wird“, berichtete sie. Ihren Pflegedienst wollte sie in der Nacht nicht holen, weil die Leute sich mal ausruhen sollten, teilte sie mit.

Aus diesem Grund hatte sie den Notruf gewählt. „Der Mann hat mir gesagt, dass er beim Klinikum nachfragen würde“, berichtete sie. Weil sich keiner bei ihr meldete, hatte sie immer wieder den Notruf betätigt. Teilweise drei Mal innerhalb von einer Minute.

Zuvor soll sie beim ärztlichen Notdienst angerufen haben. Der zuständige Mitarbeiter dort hatte ihr mitgeteilt, dass dies kein Notfall sei. Weil sie sich veräppelt vorkam, habe sie immer wieder angerufen. „In diesem Fall hätte Sie den Pflegedienst informieren müssen“, machte ihr die Richterin klar.

Gutachten

Die Vorsitzende las ein Gutachten eines Arztes vor, das für die voran gegangene Verhandlung im September des vergangenen Jahres erstellt worden war. Der Arzt hatte festgestellt, dass die Werlerin eine eingeschränkte Steuerungsfähigkeit hat. Ihre Schuldfähigkeit ist vermindert eingeschränkt. Die Werler ist bereits zwei Mal einschlägig in Erscheinung getreten.

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