Aus den Tiefen das Mittelalters

Mittelalter-Schnaps neu gebrannt: Theresia Platte legt "Marientröpfchen" neu auf

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Stolz auf ihr Produkt: Theresia Platte zeigt die großen und kleinen Flaschen ihres Likörs. Das Rezept stammt aus einem Kochbuch aus dem Jahre 1870, das aus dem historischen Hofarchiv ihres Mannes stammt. Der Ursprung des Marientröpfchens führt mit 1383 sogar bis ins Mittelalter zurück.

Werl – Einen ganz edlen Tropfen aus den Tiefen des Mittelalters hat jetzt Theresia Platte herausgeholt und neu gebrannt. Seit wenigen Monaten verkauft sie in Kooperation mit der Kornbrennerei W. Northoff aus Lippetal-Hultrop ein Marientröpchen aus dem Jahre 1383.

Doch wie kommt sie im Alter von 70 Jahren dazu? Ihre Beweggründe sind klar und simpel. Die Antwort lautet: durch ihren Mann Hartmut Platte. Der 75-Jährige stammt aus einem Gräftenhof in Osterbönen. Dieser hat ein historisches Hofesarchiv, das es seit dem oben genannten Datum gibt und an dem auch die Ersterwähnung war. Platte forscht auch heute noch in dem Archiv und fand dort in einem Kochbuch aus dem Jahre 1870 ein altes Rezept zur Herstellung von Likör aus schwarzen Johannisbeeren. 

Da kam dem Ehepaar die Idee, das Tröpfchen nachherstellen zu lassen. Hartmut Platte kontaktierte hierzu die Kornbrennerei W. Northoff, die er noch von früher kannte und zeigte ihnen das Rezept. Unmittelbar danach stellte die Brennerei fest, dass sie das Rezept ohne weiteres nachbrennen können mit schwarzen Johannisbeeren und fein gebranntem Alkohol. Dann kam seiner Ehefrau die Idee, den Schnaps in einem größeren Rahmen in Werl auf den Markt zu bringen. „Wir brauchten noch einmal eine neue Herausforderung neben meinem Bördeverlag, der mittlerweile seit über 20 Jahren läuft.“ 

Label der Flasche stammt von Gemälde

Also ging Theresia Platte das Projekt an. Der Schnaps wird in verschiedenen Läden und Einrichtungen verkauft – und zwar unter dem Namen „Marientröpfchen aus Werl – Likör mit schwarzen Johannisbeeren.“ Der Schnaps hat einen Alkoholanteil von 20 Prozent und schmeckt fruchtig, herb und ausgewogen. „Genießer sollten ihn entweder pur oder gekühlt mit Sekt und Eiswürfeln zu sich nehmen“, empfiehlt die 70-Jährige. 

Das Label der Flasche ist ein Ausschnitt aus einem Gemälde der ehemaligen Werlerin Dr. Thekla Kampelmann, die sie für das Ehepaar gemalt hat. Kampelmann hat den beiden die Genehmigung gegeben, das Motiv als Label zu verwenden. Darauf zu sehen sind unter anderem das Städtische Museum, das Hartmut Platte früher lange geleitet hatte, die Marienapotheke, die Propsteikirche sowie die alte Wallfahrtskirche. Die Flasche ist geschmackvoll gestaltet. Neben dem Label, hat sich das Ehepaar für einen Flaschentyp der Marke Oslo mit Holzkorken und Banderole mit dem Hinweis GHP (Gräftehof Platte) seit 1383 sowie einem Kontrollstempel des Herstellers Northoff entschieden. 

Zwei verschiedene Flaschengrößen

Die Flaschen gibt es in zwei Größen – einmal die größere Flasche mit 0,5 Liter und einmal die kleinere, in die 0,2 Liter hineinpassen. So ist für potenzielle Käufer für den großen oder kleinen Durst alles vorbereitet – gerade in der kalten Jahreszeit kann der edle Tropfen zur Erwärmung herausgeholt werden.

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