Alte Planung neu aufgerollt

Bürgermeister für Bahnunterführung am Langenwiedenweg in Werl

Auf dem Papier gibt es die Planungen für eine Bahnunterführung seit vielen Jahren. Nun macht der Bürgermeister sie wieder zum Thema.

Werl - Die Schranken schränken ein. Zigfach, jeden Tag. Dass es nun eine Panne am Bahnübergang Hammer Straße gab, ist für Bürgermeister Michael Grossmann ein Signal, dass die Übergänge nicht sicher sind. Er bringt eine alte Planung neu ins Spiel: die Bahnunterführung am Langenwiedenweg.

Dieses Projekt war vor gut drei Jahren von der Politik als „Planung für die nächste Generation“ auf die lange Bank geschoben worden; zuvor war die CDU 2011 erstmals aus Kostengründen öffentlich von dem bald 60 Jahre alten Vorhaben abgerückt. Planerisch sind seit 2015 zwar alle Weichen zum Bau gestellt; das Vorhaben aber wurde aufs Abstellgleis geschoben. Hauptproblem: die hohen Kosten, die der Bau nach sich ziehen würde. 

Mittlerweile aber gebe es Programme, die die Großmaßnahme für Werl finanziell deutlich erträglicher machen würden als die ehedem genannten acht Millionen Euro Eigenanteil, sagt Grossmann. Die Richtlinien für den kommunalen Straßenbau sähen für Städte wie Werl eine Förderung von 80 Prozent vor. 

"Wäre doch fahrlässig"

„Und da wäre es doch geradezu fahrlässig, wenn wir uns darüber jetzt nicht noch mal Gedanken machen würden“, so der Verwaltungschef. Er schränkt aber ein: „Das muss ja nicht absoluten Vorrang erhalten.“ Der Bürgermeister galt stets als Befürworter der Maßnahme, die den trennenden Charakter der Bahnlinie, die Werl in zwei Hälften teilt, beenden würde. 

Michael Grossman rechnet grob vor, welcher Kostenanteil auf Werl zukommen könnte. Selbst wenn das Bauprojekt mittlerweile 30 Millionen Euro verschlingen würde – vor gut zehn Jahren war man noch von 24 Millionen Euro ausgegangen – bleiben nur zwei Millionen Euro an der Stadt hängen. 

Soll verschwinden: der Bahnübergang Langenwiedenweg, ebenso wie der an der Hammer Straße.

Schließlich beteiligen sich Bund und Bahn ohnehin zu einem Drittel an den Baukosten, um die Gefahr der höhengleichen Bahnübergänge dauerhaft zu beseitigen. Bei 30 Millionen Euro blieben zehn Millionen für Werl; abzüglich der zusätzlichen Förderung von 80 Prozent verbleiben die zwei Millionen für die Stadt. „Und das“, sagt der Bürgermeister, „ist überschaubar, vor allem über mehrere Jahre“. 

Hier lesen Sie den Bericht zur Schranken-Panne

Das Thema Bahnunterführung spielt laut Bürgermeister auch beim neuen Verkehrskonzept für Werl eine Rolle. Allerdings liegt das fertige Konzept noch immer nicht vor, obwohl der Gutachter es Ende Februar präsentieren wollte. Nur die wesentlichen Auswirkungen auf die verkehrswichtigen Straßen sind bislang vorgestellt worden; in Sachen Bahnunterführung hatte der Gutachter sich nur vage geäußert. 

Grossmann lässt aber neben dem finanziellen Aspekt das Thema „Sicherheit“ nicht unerwähnt. Bei den beiden Übergängen Hammer Straße und Langenwiedenweg sei es wie bei jedem höhengleichen Übergang „eine Frage der Zeit“, bis es zu Unfällen komme. So weit soll man es gar nicht erst kommen lassen.

Planerisch ist alles längst vorbereitet

Planerisch vorbereitet ist der Bau einer Bahnunterführung am Langenwiedenweg. Der Tunnel würde am Anfang (Bereich vor dem Bahnhof) und am Ende (Bereich südliches Ende des heutigen Rewe-Parkplatzes) mit einem Kreisverkehr ausgestattet. Durch eine Verschwenkung gäbe es eine direkte Straßenverbindung zur Hammer Straße. 

Der Bahnübergang an der Hammer Straße soll verschwinden; ob es noch einen Übergang für Fußgänger und Radfahrer an der Hammer Straße geben würde, war zuletzt allerdings zwischen Bahn und Stadt strittig. Man sei, so ergänzt der Bürgermeister, immer im Gespräch mit den Beteiligten geblieben.

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