50 Stundenkilometer auf Teilstück

Alte B1 im Kreis Soest: Politik will Tempolimit

Mit 100 km/h darf die L 969 zwischen Unnaer Straße und Wickeder Straße befahren werden.
+
Mit 100 km/h darf die L 969 zwischen Unnaer Straße und Wickeder Straße befahren werden.

Die Diskussion nahm schnell Fahrt auf, wurde dann aber doch etwas ausgebremst – weil die Stadt Werl die Frage gar nicht entscheiden kann. Im Planungsausschuss wurde der Antrag der SPD auf ein Tempolimit auf der ehemaligen B1 (L 969) zwischen Unnaer Straße und Wickeder Straße zum Selbstläufer. Allerdings hatten die anderen Fraktionen auch andere Vorstellungen, überholten sich quasi in den Ideen.

Werl - Von einer „Belastung der Bürger des Werler Westens durch Lärm“, sprach Thomas Grümme (SPD) im Planungsausschuss. Seine Fraktion habe immer gedacht, dass der Lärm im Werler Westen nur durch die nahe A 445 komme.

Aber die Anwohner an Buchen- und Ahornweg sehen auch in der alten B1 einen „starken Faktor in Sachen Lärm“, hätten sich deswegen an die Politik gewandt.

Tempolimit auf alter B1: Das will die SPD

Gerade auch das starke Beschleunigen von Fahrzeugen sorge für zusätzlichen Lärm. Und während es auf derselben Straße in Westönnen, Büderich oder bei Holtum Tempodrosselungen auf 50 oder 70 Stundekilometer gebe, sei das in dem genannten Teilstück nicht so. „In Werl, dort wo keine Bäume stehen, darf man 100 fahren, nur 50 Meter von den Häusern entfernt“, sagte Grümme. Daher schlagen die Sozialdemokraten eine Vorgabe von 50 km/h vor.

Lesermeinung

Wie denken Sie über ein Tempolimit auf der Strecke? Sind 100 km/h okay oder sollte gedrosselt werden? Wenn ja, warum?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung als Mail an lokales-werl@soester-anzeiger.de, Stichwort B1 oder kommentieren Sie unseren Beitrag auf soester-anzeiger.de. Wir bringen die Beiträge kommende Woche auch im Print.

Tempolimit auf alter B1: Das will die CDU

Man können den Antrag der SPD nachvollziehen, sagte Gerd Petermann (CDU). An der genannten Stele gebe es tatsächlich keinen Lärmschutz. Aber ob die Stadt eine Drosselung auf gleich 50 Stundenkilometer durchsetzen könne, da äußerte der Christdemokrat doch deutliche Bedenken. Und auch an die heimischen Autofahrer dachte Gerd Petermann: „Wenn da dann mal geblitzt wird, dann geben viele Werler ihren Führerschein ab.“ Daher halte die CDU eine Absenkung auf 70 km/h auf dem genannten Abschnitt für „realistischer“. Allerdings, auch darauf verwies Petermann, könne die Stadt das nicht entscheiden.

Tempolimit auf alter B1: Das wollen die Grünen

Den Grünen ging der Vorschlag der SPD im wahrsten Sinne des Wortes nicht weit genug. „Wir sehen das genau andersherum als die CDU“, sagte Thomas Schulte. Seine Fraktion sei für eine Temporeduzierung auf 50 km/h nicht nur auf dem von der SPD genannten Abschnitt, sondern für das gesamte Teilstück der ehemaligen Bundesstraße zwischen Unnaer Straße und Neheimer Straße, also bis zur Kreuzung an der Windmühle. Zwar gebe es in dem Bereich zwischen Wickeder Straße und Neheimer Straße einen Lärmschutzwall. „Aber der hat Mängel“, sagte Schulte. Es gebe auch auf diesem Abschnitt störenden Lärm, dem man mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung begegnen könne. „Das ist dann mehr Schutz für die Baugebiete“, merkte Thomas Schulte an.

Tempolimit auf alter B1: Das will die BG

Lärm entstehe dann, „wenn stark beschleunigt wird“, merkte Jens Schmigowski (BG) an. Allerdings halte seine Fraktion die Forderung nach einer Absenkung auf 50 km/h für übertrieben. „Aber auf der ganzen Strecke Tempo 70 könnten wir uns vorstellen“ - eine Kompromissformel aller Vorschläge also.

Tempolimit auf alter B1: Das macht die Stadt

Für die Tempovorgaben auf der ehemaligen Bundesstraße ist der Landesbetrieb Straßen und nicht die Stadt zuständig, erläuterte Stadtplaner Ludger Pöpsel. Die Verwaltung nehme die Diskussion aber als Prüfauftrag mit und werde sich mit dem Landesbetrieb in Verbindung setzen. Sobald die Stellungnahme vorliegt, wird die Verwaltung das Thema erneut in den Ausschuss bringen.

Einen Lacher gab es letztlich auch noch: Als in der Politik die Rede davon war, dass es keinen Sichtschutz auf die Balkone der Häuser im Westen gebe und man alles sehen könne, flachste Karl-Wilhelm Westervoß (CDU): „Na ja, bei 100 geht das nicht...“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare