"Ätzende Schnellstraße"

30 Bäume müssen fallen: Grüne kritisieren Boke-Pläne

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Für den Ausbau müssen alle Bäume im Abstand von zwei Metern weichen.

Werl/Büderich/Holtum – Zwar ist der Ausbau der Straße „In der Boke“ nun beschlossene Sache, für gute Stimmung sorgt das aber nicht überall. Denn für die breitere Straße müssen einige Bäume weichen.

„Wenn die Fahrbahn auf 5,5 Meter erweitert wird und dann noch eine Mauer gebaut wird, bleibt da kein Baum stehen. Nur auf den Privatgeländen. Dann wird daraus eine richtig ätzende Schnellstraße“, sagt Grünen-Ratsherr Reinhard Scheer. 

Als Anwohner musste er wegen Befangenheit die Diskussionen und Abstimmung zur Boke im Rat aus dem Zuschauerbereich verfolgen und schaffte es dort nicht immer, ruhig sitzen zu bleiben.

„Ich habe mich aufgeregt, weil die Pläne so detailliert in den Ausschüssen nicht vorgestellt wurden. Durch Zufall habe ich gesehen, wo überall Bäume fallen werden“, erklärt er im Anzeiger-Gespräch. 

Die Grünen hatten daraufhin im Rat beantragt, vor der Diskussion die Pläne noch einmal vorgestellt zu bekommen. Dem kam Stadtplaner Ludger Pöpsel in einer kurzen Präsentation nach – „ins Detail ging er aber auch dieses Mal nicht“, beklagt Scheer.

Verwaltung weist Vorwürfe zurück

Die Verwaltung weist die Vorwürfe zurück. „Jeder Baum tut weh, aber es muss eben sein“, sagt Stadtplaner Ludger Pöpsel auf Anzeiger-Anfrage. 30 Bäume im Bereich von zwei Metern rund um die auszubauende Straße müssen nach Angaben des Planers gefällt werden. 

Insgesamt gebe es in diesem Bereich 57 Bäume. „Neun der Bäume mussten allerdings bisher schon stark beigeschnitten werden, weil sie in der Nähe der Oberleitung stehen“, erklärt Pöpsel.

Um die Böschung abzufangen, sollen zudem Gabionen-Wände (mit Steinen befüllte Drahtgestelle) im Abstand von 2,5 Meter zu der Fahrbahn entstehen. Die vier Mauerabschnitte sollen jeweils zwischen 50 und 85 Zentimeter hoch und 20 bis 40 Meter lang sein.

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