Ärzte-Aktion gegen Coronavirus angelaufen

150 Mundschutzmasken für Verkäufer in Lebensmittelmärkten 

500 Masken hat das Team um rund 50 Werler Frauen bereits erstellt, die Verteilung ist angelaufen.

Diese Form der „Mund-Propaganda“ gegen Corona halten die Werler Ärzte für überlebenswichtig – und haben unmittelbar mit der Verteilung begonnen. Die am Freitag ins Leben gerufene Aktion, Mund-Atemschutzmasken in Eigenregie anzufertigen, „ist gut angelaufen“, sagt Dr. Wolfgang Röhrborn.

Werl – Am Montag startete Dr. Meinolf Krillke als Vertreter der Zahnärzteschaft die Verteilung der ersten 150 selbst hergestellten Schutzmasken für Verkäuferinnen in Lebensmittelmärkten.

Eine Aktion, die auch bei der Marktleiterin eines Discounters sehr gut ankommt und vor allem als Schutz höchst willkommen ist. „Wir kommen da sonst nicht dran“, sagt sie, die vor allem bei den Mitarbeitern, die auch Mutter sind, durchaus Sorgen vor Ansteckung festgestellt hat. „Wir haben hier sehr viel mit Kunden zu tun. Aber leider halten sich nicht alle an die Regeln“. 

Es gebe Handschuhe zum Schutz vor Corona vom Arbeitgeber, auch Desinfektionsmittel für die Mitarbeiter. Der Discounter hat als ergänzende Maßnahmen zwar jetzt damit begonnen, den Kassenbereich mit Plexiglasscheiben vor zu engem Kundenkontakt zu schützen. Aber ein Mundschutz fehle. Bislang. Nun hat der Markt 24 Masken, je zwei pro Mitarbeiter, die wiederverwertbar sind.

Für Meinolf Krillke ist die Übernahme der Verteilung Ehrensache. Er will das auch als Solidaritätsbekundung der Zahnärzte verstanden wissen, um die Initiative der Werler Ärzte Gerd Horner, Wolfgang Röhrborn und Thomas Roden zu unterstützen. Man wolle „nachdrücklich darauf hinweisen, wie wichtig das ist“, sagt Krillke. Vor allem soll die Maske helfen, dass Infizierte die Viren nicht weiter übertragen. 

Bei beiden Aldi-Märkten war er, zudem geht es an diesem Montagmorgen zu Rewe, Edeka, Lidl; Kaufland und Penny habe man angefragt, ob sie Masken abnehmen wollen. Die Caritas mit Sitz an der Bahnhofstraße hat sich darüber hinaus gemeldet, will 150 Masken abnehmen. Man habe nur welche aus Papier. 

Unter der Leitung der Textil- und Nähfachfrau Helga Deutsch seien inzwischen rund 500 Masken produziert und verteilt worden, „weitere 500 sind in Arbeit für die Aktion und sicherlich noch mal genauso viele in Eigeninitiative, auch für die Selbstversorgung jedes Einzelnen“, teilt unterdessen Wolfgang Röhrborn mit. „Dies wäre alles nicht nötig, wenn es genügend Masken zu kaufen gäbe. Leider aber man kann keine Masken mehr kaufen.“ Daher greift Werl zur Selbsthilfe. Man könne davon ausgehen, dass die allermeisten Corona-Infektionen durch Übertragung von Mund/Nase zu Mund/Nase (also auf der einen Seite Husten, Niesen, Ausatmen und auf der anderen Seite Einatmen) stattfinden. 

„Die Maske führt beim Infizierten zu einer Verminderung der Virenabgabe und beim Nichtinfizierten zu einer Verminderung der Virenaufnahme“, sagt der Mediziner. Eine erhebliche Verminderung der im Kontaktfall übertragenen Virenmenge könne also am besten durch das beiderseitige Tragen erreicht werden. „Und es gilt die einfache Formel: Viele Viren machen richtig krank, wenige Viren ein bisschen und keine Viren gar nicht.“ 

Keiner wisse, ob sein Gegenüber Virusträger ist. Die Dunkelziffer noch nicht registrierter Fälle sei „wahrscheinlich sehr hoch, da es 8 bis zehn Tage dauern kann, bis man sich krank fühlt. Manche Menschen merken überhaupt nicht, dass sie infiziert sind, und wissen zu keiner Zeit, dass sie ansteckend sind.“ 

Das Ziel der Werler Ärzte ist daher, dass Bürger immer dann eine Maske tragen, wenn man in Kontakt tritt mit Menschen, mit denen man nicht in einer Wohnung lebt. „Vor allem dann, wenn man nicht den empfohlenen Abstand von zwei Metern einhalten kann.“ 

Zunächst sei das Hauptziel der Werler Maskenaktion, alle Menschen, die berufsbedingt mit vielen anderen Menschen Kontakt haben, mit Masken auszustatten, um das Risiko der Corona-Verbreitung zu vermindern, darunter auch in Bäckereien, an Tankstellen sowie im medizinischen Bereich Tätige wie in der Physiotherapie und ambulanten Krankenpflege. Dauerträger sollten mindestens zwei Masken haben, weil die Maske nach einer längeren Tragedauer atmungsfeucht wird, so dass man wechseln kann. 

Die Maske brauche Pflege: Wenn sie nicht gebraucht und in die Tasche gesteckt wird, sollte sie mit der Außenseite, nicht über die Mund-Nasenseite, eingefaltet werden. Am Abend/nach Benutzung sollte man sie in einem Kochtopf mit einer Prise Waschpulver bei 90 Grad fünf Minuten aufkochen lassen. Über Nacht kann sie trocknen. Bügeln hilft zudem gegen das hitzeempfindliche Virus. 

Treffend, so Röhrborn, werde die aktuelle Situation in dem kleinen Dialog mit die Frage des Nichtmaskenträgers an den Maskenträger deutlich: „Oh, haben sie Corona?“ - „Nicht dass ich wüsste, vielleicht aber doch! Und Sie?“

Infos www. Corona-maske-werl.de

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