Stadt will Schülerströme regulieren

Änderung bei der Schulanmeldung in Werl - das müssen Eltern beachten

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Schule

Werl - Die Stadt Werl will die Schülerströme weiter regulieren und stellt daher das Anmeldeverfahren um.

Im Schulausschuss wurde das „Zentrale Anmeldeverfahren für die Grundschulen“ vorgestellt. Auf Skepsis stieß es zumindest bei der Politik kaum. Schulen sehen das Vorfahren aber durchaus kritisch.

Künftig müssen Eltern ihre Kinder nicht mehr an den Schulen, sondern zentral im Rathaus anmelden. Dort werden die Schüler dann auf die Grundschulen verteilt.

Zentrales Anmeldeverfahren

Schulleitungen, Schulaufsicht und Schulträger seien am Prozess beteiligt, sagte Kai Strumann, im Rathaus seit kurzem für Schulbelange zuständig. Der Gesetzgeber räume die Möglichkeit eines zentralen Anmeldeverfahrens ein. Die Aufnahmeentscheidung verbleibe bei der jeweiligen Schulleitung.

Sie werde nach der Zuteilung feststellen, „ob das Kind schulreif ist und aufgenommen werden kann“. Die Verwaltung sieht im neuen Weg nur Vorteile. Es gebe eine Arbeitserleichterung für die Grundschulen und eine zeitliche Entzerrung des Anmeldeprozesses. Von „Entschlacken“ sprach Kai Strumann.

"Überwachung der Schulpflicht"

Eine Grundschule müsse nicht mit 120 Eltern sprechen, wenn letztlich doch nur 75 Kinder dort aufgenommen werden könnten. Zudem mache das Verfahren eine „zentrale Überwachung der Schulpflicht“ durch die Stadt möglich. „Wir haben die Kontrolle, dass alle angemeldet sind und nicht Kinder Zuhause auf dem Sofa bleiben“, sagte Strumann. Wenn Eltern ihr Kind nicht anmelden, könne man sie zunächst freundlich erinnern, im zweiten Schritt aber auch „fester auf die Füße treten“.

Doppelanmeldungen würden vermieden. Zudem habe man ein „ Steuerungsinstrument“ zur besseren Schülerverteilung in der Hand, um die Klassenrichtzahl zu erreichen. Man vermeide Auswahl- und Ablehnungsverfahren. Hauptkriterium wird sein, dass Kinder der „nächst gelegenen Schule“ zugewiesen werden. Aber auch Geschwisterkinder werden – wie bislang schon – berücksichtigt, zudem „Härtefälle“. Mit dem neuen Verfahren werde man „hoffentlich alle zufrieden stellen“, sagte Strumann.

Werl übernimmt Vorreiterrolle

Werl sei ja auch nicht die erste Kommune, die dieses Verfahren wählt. Und die Erfahrung zeige, dass es zu 99 Prozent Einvernehmen und nur in Einzelfällen „Eltern mit höherem Beratungsbedarf“ gebe. Grundsätzlich wolle man die Wünsche der Eltern erfüllen, „die machen sich ja Gedanken“.

Elisabeth Kramer (CDU) sprach „Probleme im Werler Süden an“, wo es zuletzt Unzufriedenheiten gegeben hatte. Es könne nicht sein, dass Spielkameraden aus einer Siedlung an verschiedenen Schulen lernen müssen. „Das müssen wir besser lösen.“ Iris Bogdahn (Verwaltung) wollte das aber nicht gelten lassen: „Wir kommen an den Schulgesetzen nicht vorbei.“

Eltern sorgen teils selbst für Probleme

Wenn jedes Kind an der Schule angemeldet werde, die dem Wohnhaus am nächsten liegt, „hätten wir keine Probleme“. Für Probleme würden die Eltern sorgen, die ihr Kind an einer anderen als der nächst gelegenen Schule anmelden. Auf den Süden zielte auch Siegbert May (BG). Dass ein Bus aus dem Süden zur Walburgisschule fährt, nicht aber zur Norbertschule, sei ebenso zu hinterfragen wie das Thema „Fußweg“, der aus dem Süden zur Walburgisschule einfacher sei als zur Norbertschule. „So klein Werl ist: Es wäre gut, wenn der Bus alle Schulen anfährt“, sagte May.

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