"Abwehransprüche" des Krematoriums

Probleme mit der Stadt: Ansiedlung von Veltins steht auf der Kippe

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Neben dem Krematorium am Bergstraßer Weg will Veltins ansiedeln. Aber nun gibt es massive Probleme mit der Stadt.

Werl- Schaum vor dem Mund gibt es nach fast jedem Schluck Bier. Nun aber muss das Brauereiunternehmen Veltins schwer schlucken – und hat auch sprichwörtlich „Schaum vorm Mund“. Denn die lange geplante Ansiedlung in Werl steht plötzlich auf der Kippe. Die Nachbarschaft zum Krematorium macht einen Strich durch die Rechnung.

Kurz vor Weihnachten zog die Stadt Werl dem Vernehmen nach den schon erteilten Bauvorbescheid für den Bau des Distributionszentrums am Bergstraßer Weg wieder zurück. Die Stadt hat Anzeiger-Informationen nach „Abwehransprüche“ des benachbarten Krematoriums geltend gemacht.

Die Krematorium Werl GmbH soll sich gegen den Bau von Veltins ausgesprochen haben, weil dann nicht mehr ausreichend Erweiterungsfläche für das Krematorium zur Verfügung stehen würde. Auch die Androhung rechtlicher Schritte stand im Raum.

Ansiedlung werde geprüft

Die Stadt reagierte und bot Veltins einen anderen Grundstückszuschnitt an. Ob das für die Gruppe aber in Frage kommt, dazu wollte Ulrich Biene, Sprecher der Brauerei, auf Anfrage unserer Zeitung noch keine Stellung beziehen. Richtig sei, das sich der „Status geändert“ habe.

Veltins prüfe nun „ergebnisoffen“, ob eine Ansiedlung in Werl noch Sinn macht oder nicht. Noch im Frühjahr werde man eine Entscheidung verkünden. Dabei spielt offenbar auch eine Rolle, dass Veltins nicht noch mehr Zeit verlieren will und eine „unendliche Geschichte“ befürchtet. Dass der Brauerei das Werler Schreiben sauer aufgestoßen ist, will Biene so nicht bestätigen.

Krematorium contra Veltins: Stadt Werl sucht Lösung

Eher setzt sein Haus öffentlich lieber auf gebremsten (Bier-)Schaum statt Schaumschlägerei: Man wolle niemandem den schwarzen Peter zuschieben. Dem Vernehmen nach aber hat der Werler Brief für Verstimmung bei Veltins gesorgt. Das Krematorium Werl gehört zu 51 Prozent der Stadt Werl, zu 49 Prozent ist es eine Tochter der Krematorium GmbH Hamm.

Diese wiederum gehört 30 privaten Gesellschaftern. Matthias Degener, Hauptgeschäftsführer der Krematorium Hamm und Krematorium Werl GmbH, wollte am Donnerstag keine Stellung beziehen, sondern verwies auf die Stadt Werl. Die wiederum kündigte eine Stellungnahme für an, die aber zunächst ausblieb.

Das Vorhaben:

Am Bergstraßer Weg will Veltins auf einem städtischen Grundstück ein Lagerzentrum errichten und Millionen investieren. Es geht um 22.000 Quadratmeter Fläche. Noch im Oktober hieß es, die Verträge stünden kurz vor der Unterschriftsreife. Die „Westfälischer Gastronomie Service GmbH & Co. KG“ (WGS), eine 100-prozentige Tochter der Veltins-Gruppe, will für den Getränke-Fachgroßhandel bauen.

50 bis 60 Arbeitsplätze sollten entstehen. Von Werl aus sollen die Gastronomen der Soester Börde und der Hellweg-Schiene bedient werden – und zwar kleinteilig von einzelnen Kisten bis zur Bierdeckel-Packung bei zum Teil wöchentlicher Belieferung der Gastronomen. Die gesamte Palette des gastronomischen Bedarfs von Getränken bis zum Ausschankwagen, Schirme, mobile Theken oder auch sonstiges Equipment bis zur Fassbierlagerung soll am Bergstraßer Weg Platz finden.

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