Im Pilgersaal der Basilika

72-Stunden-Aktion: Werler nähen Kissen für Krebspatienten

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Werler Schüler, in diesem Falle vom MG, nähten gestern fleißig Kissen.

Werl -Am Ende der 72-Stunden-Aktion sollen es bis zu 800 Herzkissen sein, die dem Krankenhaus in Unna gestiftet werden. Im Pilgersaal der Basilika fliegen die Nadeln im Akkord – und auch am Samstag wird noch jede helfende Hand gebraucht.

Insgesamt 4.500 Kissen hat die kfd St. Norbert über Jahre hinweg genäht als Spenden für das Brustzentrum, die Palliativ-Station und das Hospiz in Unna, „und jedes einzelne ist durch die Hände meines Mannes gegangen“, amüsiert sich die kfd-Chefin Helga Deutsch, „dass er da mitmacht, ohne zu meckern, ist schon große klasse.“

Denn der Herr Gemahl „schneidet“ die Stoffe zurecht – zeitsparend mit einem Laser. Dadurch sind zugleich die Ränder verschweißt und drohen nicht auszufransen. Die Stoffe besorgt Helga Deutsch beim Großhändler, um Herstellerpreise und Sonderangebote abzugreifen, vor allem aber auch, um Auswahl zu haben: Freundliche Farben sollen es sein, nichts Düsteres.

Anhänger mit Schriftzug wird eingenäht

Schließlich gehen die Kissen an Krebspatientinnen. Ein kleiner Anhänger mit dem Schriftzug der kfd St. Norbert wird noch eingenäht, „denn das Krankenhaus hat uns zugetragen, dass viele Patientinnen gerne wissen möchten, wer ihnen das Kissen geschenkt hat.“ Der nächste Arbeitsschritt ist das Vernähen zweier Stoffrohlinge, mit dem aktuellen Schub von 800 Herzen waren die Damen rund um Helga Deutsch seit Anfang März beschäftigt.

Zum Dank gab es Schlüsselbänder mit dem Aufdruck „Teilzeitengel“.

An diesem Wochenende dagegen ist das bürgerliche Engagement der Werler gefragt, wenn es zunächst darum geht, die Füllwatte abzuwiegen – die Kissen müssen genau 170 Gramm wiegen. Die fluffige Masse wird in Zehnkilosäcken geliefert, die jeweils für 80 Kissen reichen, sprich, hier werden in zwei Tagen zehn solche Säcke verarbeitet, übers Jahr kommt die kfd auf 100 Kilogramm. Diese Portiönchen gilt es Freitag und Samstag in die Kissen zu stopfen und diese dann final zu vernähen.

Die kfd hat dazu auch die heimischen weiterführenden Schulen angesprochen, der Reihe nach wechseln sich die Einrichtungen am Freitag ab, Schulklassen kommen und gehen, und selbst Jungs haben offenbar kein Problem damit, das zu tun, was sie vielleicht als „Mädchenarbeit“ hätten abtun können: nähen. Oder sie verkaufen draußen vor der Basilika Waffeln, verteilen Handzettel oder gehen mit der Spendendose umher.

Schlüsselanhänger für "Teilzeitengel"

Das Katharinen-Hospital lässt sich nicht lumpen, liefert zum Dank Häppchen und Mittagessen frei Haus. Die kfd ihrerseits hat für die Helfer 200 Schlüsselbänder aus Filz vorbereitet, deren Aufdruck sie als „Teilzeitengel“ ausweist. Damit beteiligt sich die kfd an der 72-Stunden-Aktion des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

In Werl geht sie am Samstag zu Ende, und wer mag, kann noch mit anpacken im Zeitraum zwischen 9 und 14.30 Uhr (inklusive Mittagessen). Der 72-Stunden-Gottesdienst findet anschließend um 17.30 Uhr in St. Norbert statt. Die Bundesabschlussveranstaltung beginnt am Sonntag nicht weit entfernt in Hamm ab 15 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz.

Kontakt Helga Deutsch, Tel. 02922/867 130.

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