Heinrich Pfannekuche

Hilbecker Urgestein wird heute 100

Heinrich Pfannekuche aus Hilbeck feiert 100. Geburtstag.
+
Heinrich Pfannekuche aus Hilbeck feiert 100. Geburtstag.

Mehr Hilbecker Urgestein kann man nicht sein. Heinrich Pfannekuche wird heute 100 Jahre alt. Getauft, konfirmiert und geheiratet in Hilbeck hat er ein ganzes Jahrhundert seine Wurzeln im nördlichsten Ortsteil Werls.

Hilbeck – Bis zum 90. Geburtstag war er aktiv im Vereinsleben anzutreffen, kennen und schätzen viele Hilbecker und örtliche Vereine den „Heinz“. 80 Jahre Mitgliedschaft im Schützenverein Hilbeck und über 60 Jahre Mitglied im Männergesangverein Hilbeck, weit mehr als 50 Jahre davon aktiver Sänger, sind sicherlich nicht alle Tage zu finden.

Nach dem Krieg vermisste er die Kameradschaft unter den Soldaten, weiß Ehefrau Erna, was ihn unter anderem bewog, im Vereinswesen aktiv zu werden. Im Alter von 19 bis 24 Jahren musste er in den Krieg und kam als einziger von drei Brüdern zurück. „Im Krieg bin ich erwachsen geworden“, resümierte er mal gegenüber seiner Frau, war das Erleben ein prägendes Ereignis für den jungen Erwachsenen. „Müssen wir bei Pfannekuche fragen“, hieß es oft hinsichtlich der Hilbecker Historie. Generell weiß das Ehepaar viel zu der Ortsgeschichte zu erzählen, und 20 Jahre haben die Pfannekuches das Kirchenarchiv der Gemeinde betreut. Auch sein 28-jähriges Ehrenamt als Presbyter spricht für die tiefe Verbundenheit des Jubilars mit dem evangelischen Glauben und sein „Vertrauen in Gott“. Zehn Jahre lang hat er zudem als Wetterbeobachter Daten aus der Region an das Wetteramt Essen geliefert.

Ein Leben für das Ehrenamt

Dass Heinrich Pfannekuche immer für das Ehrenamt lebte und sich in den Dienst der Allgemeinheit stellt, weiß auch Stephan Riepe von der Löschgruppe Hilbeck zu berichten: „Mit Heinrich Pfannekuche feiert das älteste Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Werl seinen 100. Geburtstag“. Bis zum heutigen Tage ist er Mitglied in der Ehrenabteilung. Nach dem Zweiten Weltkrieg 1947 trat er der Freiwilligen Feuerwehr Hilbeck bei und war von 1967 bis 1969 Ortsbrandmeister.

„Seine wohl wichtigste Aufgabe in dieser Zeit war es, die bis dahin selbstständige Freiwillige Feuerwehr Hilbeck zum 1. Januar 1968 in die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Rhynern als Löschgruppe Hilbeck zu integrieren“, weiß der heutige Löschgruppenführer noch eine Besonderheit hervor zu heben. Aufgrund der Gemeinde-Reform wurde der bis dahin selbstständige Ort Hilbeck nach Unna/Rhynern eingemeindet.

Landwirt mit Liebe zum Wandern

„Alle Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Werl wünschen respektvoll gute Gesundheit, viel Glück und Gottes Segen zu diesem Geburtstag“, gibt er gern in diesem Zusammenhang weiter.

Bis zu seinem Ruhestand mit 70 Jahren hat der Jubilar einen landwirtschaftlichen Hof bewirtschaftet. Danach war endlich Zeit für Hobbys wie Wandern, Klettertouren und Fotografieren. „Als die Alpen zu weit rückten“, erzählt seine Ehefrau, sind sie oft an die Nordsee gefahren.

Noch heute liegt dem Jubilar das Spazieren am Herzen, wenn auch nicht mehr so ausgiebig.

Feier im kleinsten Kreis

„Ich bin auf meinen Rennwagen angewiesen“, deutet er schmunzelnd auf seinen Rollator, mit dem er immer noch seine Runden durch Westhilbeck dreht, oder eine Ruhepause auf einer in der Nähe gelegenen Bank in der Natur genießt.

Die Zeitung gehört zu seiner täglichen Lektüre, stöbert er noch gern durch seine Fotografien aus früheren Jahren.

Auch Schicksalsschläge musste er hinnehmen, als er früh Witwer wurde. Bereits vor 48 Jahren trat dann seine heutige Ehepartnerin Erna in sein Leben. Neben ihr werden vier Kinder, drei Enkelkinder und ein Urenkel zu den ersten Gratulanten gehören. Gefeiert wird im kleinsten Kreis, zu viel Rummel liegt dem Jubilar nicht mehr und die Corona-Pandemie tut ihr Übriges.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare