Variante mit Drei-Meter-Tunnel soll kommen

Welvers Politik stimmt für den neuen Bahnhof

Bahnhaltepunkt in Welver: Statt Mittelbahnsteig soll es zukünftig zwei Außenbahnsteige geben. Statt des schäbigen Aufgangs unter der Brücke wird es zwei Treppen, zwei sanft ansteigende Rampen und einen Tunneldurchstich von Nord nach Süd von der Ladestraße zum Ostbusch geben.
+
Bahnhaltepunkt in Welver: Statt Mittelbahnsteig soll es zukünftig zwei Außenbahnsteige geben. Statt des schäbigen Aufgangs unter der Brücke wird es zwei Treppen, zwei sanft ansteigende Rampen und einen Tunneldurchstich von Nord nach Süd von der Ladestraße zum Ostbusch geben.

Der Bahnhofsumbau kommt. So haben Welvers Politiker doch noch eine Lösung gefunden.

Welver – Die erste Grundvoraussetzungen für den neuen Bahnhof in Welver sind geschaffen. Eine seltene Allianz im Ausschuss für Gemeindeentwicklung hat die Option für eine Planung und den Bau des neuen Bahnhaltepunktes in Welver für das Jahr 2022 gerettet.

Der ehemalige CDU-Fraktionschef Wolfgang Daube stimmte bei der Abstimmung über einen von Klaus-Theo Rohe (SPD) ausgearbeiteten Antrag, der sich für die so genannte Variante 2 beim Bahnhofs-Neubau mit einem drei Meter breiten Tunnel als Durchstich ausspricht, gemeinsam mit SPD, FDP und Grünen und verschaffte dem Antrag so eine 6:4 Mehrheit. 

Damit wurde dem Verlangen der Kommunalaufsicht entsprochen, in der Sitzung des Planungsausschusses den notwendigen rechtsgültigen Beschluss in Sachen Bahnhofsneubau herzustellen. 

Der vom Bürgermeister Schumacher vorgelegte Beschluss hätte laut Wolfgang Daube die rechtlichen Voraussetzungen nicht erfüllt und wäre, wenn er mit Mehrheit beschlossen worden wäre, von der Kommunalaufsicht voraussichtlich beanstandet worden. Damit wäre die Chance vertan gewesen, dass der Bahnhofsumbau wie von Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) in Aussicht gestellt, schon 2022 umgesetzt werden kann. Die Bahn muss hier sehr langfristig planen, denn es müssen ja auf Schienen Umleitungen eingerichtet und Fahrplan-Anpassungen vorgenommen werden, um den Schienenverkehr aufrecht zu erhalten, wenn der Bahnhof in Welver zeitweise ganz oder teilweise gesperrt werden muss. Wäre Welver jetzt nicht eingestiegen, wäre der Zug für den Bahnhofsneubau für viele Jahre abgefahren gewesen, weil man sich in der Reihe der Bewerber wieder hätte hinten anstellen müssen. 

Der von Rohe beantragte Verzicht auf einen vier Meter breiten Tunnel erspart der Gemeinde Welver dabei Kosten von mehr als 460 000 Euro. Das hilft bei anderen Projekten, die dringend angepackt werden müssen. Bürgermeister Schumacher argumentiert hingegen, dass es Städtebau-Zuschüsse nur bei einem Vier-Meter-Tunnel geben wird. Rohes Antrag beinhaltet weiterhin, dass die Kosten für die Planung rund um den nördlichen Bahnhofsausgang Richtung Ladestraße durch das beantragte ISEK und die Planungskosten für den südlichen Bahnhofsausgang durch städtebauliche Mittel mit Zuschüssen finanziert werden sollen. Die Planungskosten für den südlichen Bereich in Höhe von rund 20 000 Euro am Bahnhofsausgang Ostbusch sollen in der Sonderratssitzung in der kommenden Woche in den Ergänzungshaushalt eingebracht werden, in den auch die finanziellen Mittel für den Ausbau der Ortsdurchfahrt Schwefe eingestellt werden sollen. So sollen beide Maßnahmen haushaltsrechtlich korrekt in den Haushalt 2020 einfließen, so wie es die Kommunalaufsicht gefordert hatte. 

In der Sitzung, der etliche Zuschauer beiwohnten, stellten die Vertreter des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) mögliche Varianten für den Bahnhofsneubau vor. Dabei wurde die Variante 2 von NWL als die optimale Möglichkeit dargestellt. Der Entwurf könne jetzt relativ kurzfristig durch einen Städteplaner noch optimiert werden. 

Die Vertreter von NWL, Thomas Ressel, Maria Hackmann und Klaus Pusch, machten auch deutlich, dass die Gemeinde jetzt zügig zu Potte kommen soll. Man wolle der Politik aber nicht die Pistole auf die Brust setzen. Eine gut geplante Lösung am Ende des Prozesses sei besser als ein Schnellschuss.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare