Geduldsprobe

Welvers Fußballer müssen weiter auf ihren neuen Kunstrasenplatz warten

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So richtig viel Spaß macht das Kicken auf dem Kunstrasen im Welveraner Zentralort nicht mehr – die Spieler vom SVW und des TuS Schwefe geben hier trotzdem alles.

Welver – Den Fußballern des SV Welver wird eine erneute Geduldsprobe abverlangt. Statt jetzt wie geplant und besprochen mit dem Bau des neuen Kunstrasenplatzes zu beginnen, verzögern sich die Arbeiten ein weiteres Mal. Der neue Termin: Direkt ab dem 24. Mai, wenn die Spielsaison zu Ende geht.

Sommer, Herbst, Winter, Frühjahr, Sommer. So wie alle drei Monate eine neue Jahreszeit Einzug hält, wechseln auch die Nachrichten aus dem Rathaus für die Fußballer. Im Sommer, so hatte es 2019 geheißen, sollte es mit Vorbereitung und Ausschreibung losgehen. Zum Herbst hin sollten die SV-Kicker auf dem neuen Geläuf trainieren und um Punkte spielen. Daraus wurde nichts. 

Deshalb richteten sie ihre Hoffnung auf den Winter; denn genau jetzt sollte die Baufirma anrücken. Doch die hat die Gemeinde wissen lassen: Die augenblicklichen Temperaturen von knapp zehn Grad wären zwar okay für die Arbeiten, aber man benötige für volle vier Wochen Temperaturen über sechs Grad, berichtet Bauamts-Leiter Detlev Westphal. 

Doch auch wenn Winter hierzulande zum Fremdwort verkommt, eine Garantie auf dauerhafte sechs Grad plus vermag niemand zu geben. Von dieser Klausel, so Westphal, habe man erst jetzt erfahren, als es eigentlich losgehen sollte. Er verspricht: „Der Auftrag ist raus, im Mai wird gebaut.“ 

Wenn’s denn dann endgültig was wird, wären die erneuten drei, vier Monate Verzögerung „kein großer Beinbruch“, sagt Manfred Möller, der Vorsitzende des SV Welver. Aber er wundert sich doch: „Das mit den sechs Grad vier Wochen am Stück hätte man früher wissen müssen.“ Egal: „Wir können damit leben.“ Oder besser: Müssen damit leben. 

Der alte Kunstrasen geht den Fußballern seit Jahren auf die Knochen. Hier zu grätschen und über das Spielfeld zu rutschen, geht ordentlich auf die Knochen und führt zu Hautverbrennungen. Im Torraum, so der Fußball-Chef, sei in den vergangenen Jahren schon wiederholt der alte Kunstrasen ausgebessert und erneuert worden. Jetzt aber ist er „restlos oppe“. 

Womöglich könnte der neue Rasen länger halten, wenn er ordentlich gepflegt, also regelmäßig von Laub und anderem Dreck befreit und Granulat nachgestreut wird. Das habe nach dem Einbau des alten Kunstrasens eine Zeitlang gut geklappt, zuletzt aber immer weniger, so Möller. 

Neben der ordentlichen Pflege müsste der Zugang zum Fußballfeld abgesperrt werden. Immer wieder, so beobachten die Fußballer, halten sich hier Leute auf, die es mit „Angelweitwurf und den seltsamsten Dingen“ versuchen, die allesamt dem Erhalt des Platzes nicht förderlich seien. F

ür Pflege und Zaun sehen die Fußballer durchaus die Gemeinde in der Pflicht. Denn im Gegensatz zu anderen Kommunen in der Region bekommen die Kicker den Platz nicht kostenfrei überlassen, sondern zahlen jährlich einen mittleren vierstelligen Betrag als Miete.

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