Welvers Feuerwehr

Modernisierungsbedarf: Experte sieht bei Gerätehäusern rot

Welver – Beim Blick auf die kleineren Gerätehäuser in Welver sieht der Fachmann rot. Flerke, Recklingsen, Klotingen, Berwicke, Einecke, Eineckerholsen, Schwefe, Stocklarn, – sie alle befinden sich laut Ingenieur Jochen Siepe ein einem „nicht ausreichenden Zustand“.

Für das Unternehmen Saveplan erarbeitet Siepe derzeit ein neuen Brandschutzbedarfsplan für die Gemeinde Welver. Der Entwurf liegt mittlerweile vor. 

In dieser Woche haben sich ungeachtet dessen Vertreter der Unfallkasse, Kreisbrandmeister, Vertreter der heimischen Feuerwehr und der Verwaltung in den kleineren Standorten umgesehen. Es ging dabei in erster Linie um den Eigenschutz der Feuerwehrleute, beispielsweise durch Absauganlagen für Abgase oder rutschfeste Untergründe. Die Gemeinde steckt in einem Dilemma: Sie muss die Sicherheit ihrer Feuerwehrleute gewährleisten, will aber auch auch nicht viel Geld in Standorte investieren, die eh demnächst geschlossen werden. „Da gilt es, sorgfältig abzuwägen“, sagt Bürgermeister Uwe Schumacher. 

Gerade bei Zahl, Zustand und Lage der Standorte sieht die Saveplan-Expertise extremen Handlungsbedarf. Auffrischungen sind auch im Fuhrpark und beim Personal nötig, will man das erklärte Ziel, einen „kritischen Wohnungsbrand“ in acht Minuten (plus 85 Sekunden Auslösezeit) mit neun Kräften zu erreichen, auch erfüllen. Es sind bereits die Errichtung eines neuen Feuerwehrgerätehauses im Ortsteil Schwefe (Grundstückssuche) sowie weitere An- und Umbauten an den Feuerwehrgerätehäusern bzw. Stützpunkten Welver, Borgeln und Vellinghausen geplant. Analog zu dem im letzten Jahr fertiggestellten Neubaudes Feuerwehrgerätehauses Dinker soll auch im Ortsteil Schwefe ein neues Feuerwehrgerätehaus mit zwei Fahrzeughallen und den dazugehörigen Nebenräumen ausgestattet werden.

 Zur Zeit werden verschiedene Standorte planungsrechtlich hinterfragt. Weitere Überlegungen richten sich schon seit 2011 auf die Zusammenlegung mehrerer Standorte im zentralen Teil des Gemeindegebiets. Hier handelt es sich einerseits um die Standorte Klotingen, Einecke und Eineckerholsen sowie andererseits die Standorte Recklingsen und Berwicke, die zusammengelegt werden könnten. Im Anschluss an diese Zusammenlegungen würden dann neue Feuerwehrgerätehäuser gebaut. Des weiteren könnte der Standort Flerke geschlossen werden und die dortige Löschgruppe den Standort Scheidingen mitnutzen.

 Die weiteren baulichen Maßnahmen an den Feuerwehrgerätehäusern Welver, Borgeln und Vellinghausen dienen der Schaffung von Schwarz-Weiß-Bereichen sowie der Unterbringung der örtlichen Jugendfeuerwehren. Es wird Zeit: Die Gemeinde Welver hat seit 2009 ihren Brandschutzbedarfsplan nicht mehr fortgeschrieben. Insbesondere durch die fünfjährliche Fortschreibungspflicht ist die Aufstellung eines aktuellen Brandschutzbedarfsplanes daher dringend erforderlich. Der Erfolg der Feuerwehreinsätze korrespondiert mit der Einhaltung der Hilfsfristen, den Funktionsstärken der Feuerwehreinheiten und dem daraus folgenden Erreichungsgrad der vorher festgelegten Schutzziele.

 Siepe formuliert in seinem Brandschutzbedarfsplan-Entwurf: „Einhellige Meinung ist, dass ein Erreichungsgrad von 100 Prozent von der Feuerwehr niemals an jeder Stelle des Gemeindegebietes erreicht werden kann. Dies hat zur Folge, dass es im Gemeindegebiet immer Bereiche geben wird, in denen ein geringerer Erreichungsgrad in Kauf genommen werden muss.“ Letztlich legt der Rat fest, wie der Plan ausgestaltet wird. Die für den Bereich des Feuerschutzes und der Hilfeleistung Verantwortlichen sind sich laut Siepe aber einig, dass die Feuerwehr der Gemeinde Welver weiterhin künftig alle Einsatzmittel erhalten muss, um den gesetzlichen Auftrag erfüllen zu können. „Die Sicherheit der Bevölkerung auf dem Gebiet der Gemeinde Welver und der Einsatzkräfte ist ein wertvolles Gut, welches auch in finanziell schwierigen Zeiten geschützt werden muss“, so Siepe.

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