Welver will Flüchtlings-Unterkunft in alter Schule aufgeben und so für Investitionen sparen

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Platz für 160 Menschen: Die Flüchtlingsunterkunft im Eilmser Wald.

Welver – Welvers neuer Haushalt für 2020 ist auf Kante genäht. Wenn alles läuft wie geplant, bleiben mal gerade 60 000 Euro in der Kasse. Damit trotzdem kräftig investiert werden kann, schlägt die Verwaltung der Politik gerade vor, das Flüchtlingsheim in der ehemaligen Hauptschule zu schließen.

Ein mittlerer sechsstelliger Betrag würde so gespart. Im Moment sprechen die Zahlen für diese Idee. 56 Plätze in der Flüchtlings-Unterkunft im Eilmser Wald sind (Stand: gestern) belegt; Platz wäre hier für 160 Menschen, und selbst dann hätte man noch eine kleine Reserve für Unvorhergesehenes, so Kämmerer Camillo Garzen gegenüber dem Anzeiger. 

In der alten Hauptschule halten sich 28 Asylbewerber auf, hier wäre sogar Platz für mehr als 160 Leute. Quartiert man also die 28 aus der Hauptschule in den Wald um, wären dort noch immer Kapazitäten frei. Außerdem stehen in Welver Einzel-Wohnungen zur Verfügung, in denen Flüchtlinge unterkommen können; derzeit sind 30 Frauen, Männer und Kinder in solche Wohnungen gezogen. 

Das freilich ist die Situation heute. Morgen könnte das schon anders aussehen, wenn mann gerade nach Griechenland blickt, wo Zehntausende von Flüchtlingen auf den Inseln zum größten Teil unter erbärmlichen Bedingungen ausharren und auf eine Weiterverteilung nach Mitteleuropa warten. Oder auf Innenminister Seehofer, der zusammen mit seinen Amtskollegen in der EU eben diese neuen Flüchtlingsbewegungen und die Lösungen dafür erörtert. 

Die Hauptschule, so sagt Garzen, wäre ja nicht verloren; sie läge nur erst einmal auf Eis, Welver könnte das Geld gut gebrauchen, das für (doppelte) Hausmeister- und Sicherheitsdienst-, Energie- und Unterhaltungskosten nicht ausgegeben werden müsste. Noch, so der Kämmerer, habe er keine Reaktionen auf seinen Plan bekommen: „Still ruht der See.“ 

Die weitergehende Frage, ob das Hauptschul-Gebäude eines Tages nicht wieder zur Unterrichtsstätte (etwa für eine Gesamt- oder sonstige weiterführende Schule genutzt werden soll, wird gerade diskutiert. Der Kämmerer berichtet von Kontakten zu den Nachbargemeinden, um sich über diese Frage auszutauschen. Bis zu einer Entscheidung in der Schulfrage behielte die Gemeinde alle Optionen, flexibel auf etwaige Flüchtlings-Situationen zu reagieren.

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