Vergleich wegen Schäden bei Zweifachturnhalle angestrebt

Zweifach-Turnhalle in Welver: Die Ringanker, die die Mauern zusammenhalten sollen, wurden nicht eingebaut.
+
Zweifach-Turnhalle in Welver: Die Ringanker, die die Mauern zusammenhalten sollen, wurden nicht eingebaut.

Welver  - „Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach?“ – vor diese Frage dürfte sich der Welveraner Rat gestellt fühlen, wenn er den Vergleich zu den Bauschäden an der Zweifach-Turnhalle zu beraten hat, der gestern bei einem Güte-Termin vor dem Landgericht geschlossen wurde. Demnach zahlen die Baufirma und der Architekt jeweils 33 400 Euro an die Gemeinde, die damit die Bauschäden beseitigen kann. Im Gegenzug verpflichten sich alle Beteiligten, sämtliche Ansprüche gegeneinader fallen zu lassen.

Der vorsitzende Richter machte deutlich, dass er den Anspruch der Gemeinde auf Entschädigung für absolut berechtigt hält, weil die im Leistungsverzeichnis für die Ballspielhalle aufgeführten so genannten stahlbewehrten Ringanker an der Oberkante des Mauerwerks offensichtlich nicht eingebaut wurden. Diese haben die Aufgabe, das große Gebäude mit seinem weit überspannenden Dach zusammenzuhalten.

Vermutlich wegen des Fehlens der Ringanker traten bereits im Jahre 2005, also zwei Jahre nach Fertigstellung der Halle Risse und Schäden an Fliesen und in den Umkleidekabinen auf. Die Gemeinde macht Baufirma und Architekten für die Bauschäden verantwortlich und erhob Klage.

Gestern kam es nunmehr zum Gütetermin vor dem Landgericht. Die Gemeinde Welver wollte rund 80 000 Euro von den Beklagten, um damit die Bauschäden beseitigen zu können.

Der Richter erläuterte, dass ein Vergleich sinnvoll sei, weil die bisherigen Gutachten nicht eindeutig genug seien, um die Sache zu entscheiden. Daher müsste bei Fortsetzung des Klageverfahrens ein neuer Gutachter bestellt werden. Das Verfahren würde mindestens zwei weitere Jahre dauern.

Auf Mehrkosten bliebe Gemeinde sitzen

Für die Gemeinde Welver stimmte der Prozessvertreter, Bauamtsleiter Markus Hückelheim, der Möglichkeit des Vergleiches zu, erklärte aber dem Gericht, dass die Entscheidung darüber der Rat zu fällen hat. Die Problematik, die sich für die Gemeinde Welver darstellt: Wenn die Reparaturen teurer werden als die im Vergleich ausgehandelten 66 800 Euro, dann bleibt Welver auf diesen Mehrkosten sitzen.

So steht der Rat vor der Frage, ob er weiter vor den Kadi ziehen will oder das Risiko eingeht, Mehrkosten zahlen zu müssen. Widerruf gegen den Vergleich ist bis zum 30. Juni 2017 möglich. - dümi

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare