Asyl: Suche nach Lösungen geht weiter

Welver - „Es gibt keinen Königsweg“, behauptet zwar Meinhard Esser, der die Flüchtlingsarbeit der Stadt Soest sehr erfolgreich organisiert. Es gibt aber offenbar zumindest Erkenntnisse, die den Weg zum Ziel erleichtern.

So erläuterte der Leiter der Abteilung Jugend und Soziales vor verblüfften Sozialausschuss-Mitgliedern im Welveraner Rathaus, dass die Kreisstadt keineswegs einen stationären Rund-um-die-Wachdienst für ihre Einrichtungen vorhält. Statt dessen werden die städtischen Unterkünfte im Wechsel angefahren. Das in einer Phase, in der im Welveraner Gemeinderat genau um diese jährlich mehrere hunderttausend Euro teuren Präsenzdienste für die beiden Standorte in Eilmsen und ehemalige Hauptschule Welver heiß diskutiert wird.

 Auch sonst lohnt sich ein Blick nach Soest, wo die Arbeit von 200 Ehrenamtlichen und den hauptamtlichen Stellen professionell in einem Integrationsteam gesteuert wird. In Welver ist die Zahl der ehrenamtlichen Helfer zwar deutlich kleiner, deren Einsatzwillen aber immens. Es hakt – wie so oft in den letzten Jahren – an Mitarbeitern in der Verwaltung. „Wir sind in der Flüchtlingsfrage einer der schlechtest aufgestellten Kommunen im Kreis Soest“, klagt Jürgen Dahlhoff (BG). Eben auch, weil schlicht Personal fehle. Ein Leben von der Hand in den Mund - sowohl für die Rathausbediensteten als auch für die Asylbewerber. Das sieht auch Fachbereichsleiterin Heike Grümme-Kuznik so: „Bei der Anzahl von 300 Flüchtlingen sind wir definitiv unterbesetzt.“ 

Bufdi als Lösungsansatz? Ein Teil der Lösung könnte – wie von Cornelia Plaßmann (Grüne) ins Spiel gebracht – in dem Einsatz von jungen Menschen im Bundesfreiwilligendienst (kurz Bufdi) liegen. Doch eine Anfrage der Verwaltung verlief erfolglos. Alle verfügbaren Kräfte sind längst vergeben.

 „Wir müssen unseren eigenen Weg gehen“, so Bürgermeister Uwe Schumacher. Einen ersten Schritt dazu hat Grümme-Kuznik unternommen. Der Entwurf eines Integrationskonzeptes liegt mittlerweile auf dem Tisch. Erste, leicht umsetzbare Maßnahmen sollen jetzt realisiert werden. Zum Beispiel ein Hygienekurs in den großen Einrichtungen, eine bessere Vernetzung der Vereine mit den Flüchtlingen oder auch ein internationales Frauenfrühstück. 

Nicht gerade erleichtert wird die Gemengelage durch die neue Wohnsitzregelung, die am 6. August in Kraft getreten ist. Für drei Jahre können die Behörden den Wohnort von Ausländern bestimmen. Heißt in der Konsequenz: Weil die großen Einrichtungen in Welver und Eilmsen für einen dauerhaften Aufenthalt nicht taugen, muss sich die Gemeinde nach anderem Wohnraum umsehen. 

Das fordert Dahlhoff schon seit Beginn der gestiegenen Flüchtlingszuweisungen vor gut einem Jahr. Dezentral über das Gemeindegebiet aufgestellte Schlichthäuser in Holzbauweise könnten das Problem kostengünstig und nachhaltig lösen, ist der Schwefer fest überzeugt.

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