Strafanzeigen gegen „Iceman“ wegen Aufforderung zu Straftat

Welver - „Die Häuser der Ratsmitglieder auf die Grundmauern niederbrennen“, das schlug ein anonymer Leser unter dem Decknamen „Iceman1969“ auf der Anzeiger-Internet-Plattform Welver als Kommentar unter einen Artikel vor, der sich mit dem neuen Honorar-Kämmerer der Gemeinde Welver, Peter Schubert, beschäftigte. Einige Ratsmitglieder lasen den Kommentar, obwohl der schon rund zwei Stunden nach seinem Erscheinen vom Autor selber wieder gelöscht worden war.

Jürgen Dahlhoff, Ratsherr von der Bürgergemeinschaft, nannte den Kommentar schlichtweg eine strafbewehrte „Aufforderung zu einer schweren Straftat“.

Er erstattete daher auf dem online-Portal der Polizei Strafanzeige gegen „Iceman1969“. Dahlhoff gelang es auch, eine Kopie des Diskussionsforums als Beweis für die seiner Auffassung nach strafbare Äußerung zu sichern und er hatte auch bereits einen Verdächtigen ausgemacht.

Ein 47-jähriger Ex-Welveraner wurde danach von der Anzeiger-Redaktion über seine E-Mail-Adresse kontaktiert. Der Staatsbedienstete räumte auch unmittelbar ein, der Kommentator „Iceman1969“ zu sein. Im Gespräch mit Redakteuren unserer Zeitung bezeichnete der „Iceman“ seinen Fehltritt als scherzhafte Äußerung. Er habe eben nur den „Smiley dahinter vergessen“.

Nachdem ihm Jürgen Dahlhoff in der Antwort eine strafbare Handlung vorgeworfen habe, habe er nach nur zwei Stunden seinen Kommentar „um des lieben Friedens willen“ selber wieder gelöscht. „Der Satz musste nicht sein“, sagte der „Iceman“ der Redaktion. Er werde in Zukunft in solchen Foren zurückhaltender kommunizieren.

Bei Jürgen Dahlhoff meldete sich einige Zeit nach Erstatten der Online-Anzeige der Staatsschutz Dortmund, der für politisch motivierte Straftaten zuständig ist. Dort wird der Vorgang seither bearbeitet.

Der Sachbearbeiter war aber längere Zeit im Urlaub. Jürgen Dahlhoff bekam dort zuletzt die Auskunft, dass der Beschuldigte vorgeladen wird zur Vernehmung.

Dann werde die Sache gegebenenfalls weiter geleitet an die Staatsanwaltschaft in Arnsberg. Dahlhoff blieb aber nicht der einzige Anzeigen-Erstatter, auch Frank Jäschke von Welver 21 sowie Dörthe Eusterholz (CDU) und Wilfried Starb (Welver 21) schließen sich an.

Auch Bürgermeister Uwe Schumacher schaltete sich in den Vorgang ein, verwahrte sich in einem Brief gegen derartige Hass schürenden Kommentare.

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Wie weit darf man gehen mit anonymen Kommentaren im Internet? Das fragen sich viele, die die Anmerkungen von Lesern unter Artikeln im Internet-Auftritt lesen.

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