Schumacher dementiert Anordnung

Gab der Bürgermeister einen Putzauftrag an seine Chefsekretärin?

Putzanweisung dementiert:Bürgermeister Uwe Schumacher.

Welver - Gab es eine unzulässige Dienstanweisung? Die ehemalige Chefsekretärin im Vorzimmer von Bürgermeister Uwe Schumacher sollte angeblich auf seine Anordnung hin im Bürgermeisterbüro die Fenster putzen. Das sagte Ratsfrau Monika Korn in ihrer Haushaltsrede.

In der Rede attackierte sie den Rathaus-Chef scharf. Die Sekretärin sei – wohl wegen des Zwischenfalls, der das Vertrauensverhältnis zerstörte – inzwischen versetzt. Das dementiert Schumacher. 

Vorfall im Personalrat behandelt 

Der Vorfall war Gesprächsthema im Rathaus und gelangte nach Anzeiger-Informationen auch in den Personalrat und zur Gleichstellungsbeauftragten. Die Betroffene will sich zu dem Vorgang verständlicherweise nicht äußern. 

Damit sitzt in den vier Jahren seiner Amtszeit inzwischen die dritte Sekretärin im Büro von Schumacher, die erste war in die Soester Stadtverwaltung gewechselt. „Unser Vertrauen in ihre Arbeit und ihre Kompetenz als Leiter der Verwaltung unserer Gemeinde ist extrem erschüttert“, sagte Monika Korn im Rat.

Halbwahrheiten vorgeworfen

„Systematisch versuchen Sie den Rat zu täuschen und mit Halbwahrheiten zu bedienen“. Im Rathaus herrsche Schwund beim Personal. Im Laufe der Amtszeit Schumachers hätten zwölf Mitarbeiter die Verwaltung verlassen. 

Höhergruppierungen für Mitarbeiter, die im Stellenplan nicht berücksichtigt worden sind, würden mit passenden Gutachten durchgedrückt oder mal eben ad hoc mit Zulagen angehoben auf eine Höhe entsprechend Entgeldgruppe E 13. „Das ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden Mitarbeiters, mit der entsprechenden Verwaltungsausbildung und mehr als 20 Jahren Verwaltungserfahrung. Zudem werden Gefälligkeits-Einstellungen ohne ausreichende Qualifikation vorgenommen."

In Führung schulen lassen

„Fürsorgepflichten gegenüber Mitarbeitern sehen anders aus“, bilanzierte die FDP-Frau und forderte Schumacher auf, sich in Kommunikation und Führung schulen zu lassen. 

Wolfgang Daube von der CDU wehrte sich in seiner Gegenrede gegen „öffentliche Diffamierung“ des Bürgermeisters durch Korn. Auch Tim Fabian Römer forderte mehr „Respekt“ vor dem Bürgermeister“. 

Beide kritisierten allerdings auch bei der Beratung über den CDU/BG-Antrag auf Steuersenkungen, dass sie sich seinerzeit mit falschen Informationen über angebliche Anweisungen der Bezirksregierung von Schumacher massiv unter Druck gesetzt und sich dazu genötigt gesehen hätten, im Februar 2016 erhebliche Steuererhöhungen zu beschließen. 

Dementi Schumachers

Uwe Schumacher äußerte sich im Rat nicht zu den Vorwürfen. Sein Kommentar lautete: „Die Politik in Welver ist krank“. Am Donnerstagnachmittag dementierte er nach Anfrage durch den Anzeiger: 1. Eine Anordnung hat es nicht gegeben. 2. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem angeblichenn Vorfall und der Versetzung der Mitarbeiterin. 

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