Penny-Verlagerung bleibt bei Parteien umstritten

Soll der Penny in Welver von der Werler Straße an die Ladestraße verlegt werden? - Foto: Dülberg

Welver -  „Wir sollten Welver lebens- und liebenswert lassen!“ Mit einem diesem Appell wandte sich Helmut Peters (SPD) im Ausschuss für Gemeindeentwicklung gegen eine Änderung des Bebauungsplans „Sanierung Ortsmitte“ und damit gegen die Verlagerung des Penny-Supermarktes auf das Raiffeisen-Gelände an die westliche Ladestraße.

Peters warnt vor zunehmendem Verkehr im Hintergrund, vor Lärm und Schadstoffen, die in die Wohngebiete getragen werden und favorisiert stattdessen altenbetreutes Wohnen in der Ortsmitte.

Anders sieht Peter Holuscha für die Bürgergemeinschaft (BG) die Veränderungen. Holuscha erwartet durch Penny am Raiffeisen-Platz mehr Kundschaft in der Umgebung und auch für die Marktstände. Die BG stehe auf jeden Fall für dieses Objekt, sagte er.

Vorsitzender Karl-Heinz Wiemer (CDU) brachte die Bahnhofsplanung ins Spiel. Mittel stünden unter anderem von Bahn und Bund zur Verfügung, damit sollen 100 Haltepunkte in NRW, auch Welver, modernisiert werden. Es müsse Zielsetzung sein, diese Veränderungen am Bahnhof mit in die Planung Sanierung Ortsmitte einfließen zu lassen.

Für die CDU unterstützte André Buschulte die Planung für den Penny an der Ladestraße. Man freue sich für den Supermarkt, dass er sich vergrößern darf. Die Bahnhofsumfeldplanung müsse eingebunden und koordiniert werden, schloss er sich Parteifreund Wiemer an.

Klaus-Theo Rohe (SPD) kritisierte erneut scharf die von Investoren abhängige Planung. Penny sei am derzeitigen Ort gut erschlossen, Erweiterungsmöglichkeiten seien auch dort gegeben. Rohe bezeichnete die Ausweisung für den Neubau Penny als Sondergebiet als „Skandal“. Die benachbarten Straßen gäben mehr Belastung nicht her, mehr Lärm und Verkehr könne man die Anliegern dort nicht zumuten. Auch werde es negative Auswirkungen auf Geschäfte in der Ortsmitte geben. Rohe: „Das ist eine Kampfansage zum Verdrängungswettbewerb. Die Folge ist Leerstand.“

Georg Brill (Grüne) nannte die geplante Bebauungsplan-Änderung eine Wundertüte von der „keiner weiß was drin ist“, er nannte das Vorgehen „verantwortungslos“.

Kay Philipper, (Welver21) erklärte, die BG stehe für dieses Projekt. Es gebe keine Belege, dass Geschäfte am Markt gefährdet seien, sie würden eher profitieren vom Zufluss durch Penny bei Raiffeisen und Rossmann nebenan im alten Spar-Markt.

Bauamts-Leiter Markus Hückelheim, erläuterte, dass die Gemeinde in dem Sondergebiet entscheiden könne, welche zusätzlichen Shops im neuen Penny zulässig seien. So könne man zum Beispiel einen weiteren Back-Shop ausschließen. Im übrigen sei ein positiver Beschluss zum Einstieg in das Planverfahren „Sanierung Ortsmitte“ lediglich der Startschuss. Das Verfahren selbst, in dem alle möglichen Faktoren und Einsprüche untersucht würden, habe aber einen offenen Ausgang. Es könne auch dazu führen, dass die Planung aufgegeben werden müsse. Udo Stehling (SPD) warnte vor dem Verdrängungswettbewerb in der Orstmitte: „Wie wollen Sie das den Geschäftleuten erklären?“

Alle Beschlussvorschläge, wie der von André Buschulte, auch die Bahnhofsplanung ins Verfahren mit auszunehmen oder von Peter Holuscha, ein weiteres Grundstück (Parzelle 762 bisher Parkplatz) mit ins Kalkül zu ziehen, wurden im Gemeindeentwicklungsausschuss bei Stimmengleichheit von fünf zu fünf abgelehnt. Im Haupt- und Finanzausschuss und im Rat scheinen allerdings die Befürworter der Penny-Verlagerung in der Mehrheit zu sein. Eine geheime Abstimmung am Ende des Verfahrens scheint nicht unwahrscheinlich. - dümi

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