Per Drohne

Jäger retten Rehkitze aus luftiger Höhe - Schutz vor Mähwerken

Nur gucken, nicht anfassen: Sonst wird das Kitz wegen des fehlenden Eigengeruchs von der Mutter verstoßen.
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Nur gucken, nicht anfassen: Sonst wird das Kitz wegen des fehlenden Eigengeruchs von der Mutter verstoßen.

Nur Gucken, nicht anfassen – auch wenn die Versuchung wirklich groß ist. Denn ein kleines Rehkitz ist wie die meisten Tierbabys einfach nur süß.

Welver - Dennoch heißt es Abstand halten, damit das Kitz nicht wegen des fehlenden Eigengeruchs von der Mutter verstoßen wird. Zwei Rehkitze konnten die Jagdgemeinschaften aus Recklingsen und Klotingen vor dem sicheren Tod bei Mäharbeiten bewahren.

Dafür starteten die Mitglieder bereits in den frühen Morgenstunden mit entsprechenden Drohnenflügen über den Wiesen, die noch am selben Tag zum Mähen anstanden. Was früher von den Jägern mühsam zu Fuß mit Licht und Lärm Meter um Meter absolviert werden musste, geht heute flächendeckend Schritt für Schritt aus der Luft.

Rehkitz-Rettung: Überblick von oben

Marcus Elmerhaus, selbst seit Jahrzehnten passionierter Jäger, hatte sich sofort zu der Aktion bereit erklärt und sorgte mit seiner Drohne für den Überblick von oben.

Ab in Sicherheit: Dirk Osthoff-Dahlhoff von der Jagdgemeinschaft transportiert mit dem Korb das Rehkitz aus dem Gefahrenbereich.

Neben der Drohne selbst waren die Jäger mit einem Funkgerät zur besseren Verständigung und Körben zum Umsetzen der Rehkitze ausgestattet. Dank der Wärmebildkamera konnten so auch der kleine Punkt auf dem Bildschirm und schließlich das Kitz im Gras ausgemacht werden.

Bei der Drohnenbeobachtung: Marcus Elmerhaus (Mitte) mit Martin Menke (links) und Dirk Thiele (rechts) von der Jagdgemeinschaft.

„Wir freuen uns über jedes Rehkitz, dessen Leben wir mit unserer Aktion retten können“, so der Tenor der engagierten Mitglieder der Jagdgemeinschaften, auch wenn dafür bereits um 4.30 Uhr in der Frühe der Wecker schellt.

Rehkitz-Rettung: Darum ist die Aktion so wichtig

Rund 92.000 Rehkitze sterben nach konservativer Schätzung jedes Jahr bei Mäharbeiten. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich deutlich höher. Experten vermuten, dass rund 500 000 Tiere insgesamt durch das Mähwerk verletzt oder getötet werden, dazu zählen auch kleine Hasen und nicht geschlüpfte Junge von Wiesenbrütern. Der Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes untersagt die vorsätzliche Tötung von Wirbeltieren ohne vernünftigen Grund. Jäger sind laut Paragraf 1 des Bundesjagdgesetzes verpflichtet, Wild zu heben und sich waidgerecht zu verhalten.

Moderne Technik: Grafisch werden die möglichen Zufluchtsorte der Rehkitze auf dem Bildschirm dargestellt.

Wer die Wiesen nicht mit Drohnen abfliegen lassen kann, hilft sich mit Lampen, Folien und Sirenen oder versucht, zu Fuß das Wild zu verscheuchen. Die Landwirte sind zudem angehalten, die Wiesen von Innen nach Außen zu mähen, um den Tieren die Fluchtwege offenzuhalten.

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