Irreführende Gewichtsbegrenzung nahe der Ahse-Brücke soll verschwinden

Das Schild kann weg: Die Tonnage-Begrenzung sollte schwere Lkw von dieser Straße fernhalten. - Foto: Dülberg

Dinker - „Warum fahren eigentlich Schwerlastwagen über die Ahse-Brücke an der Schwannemühle, obwohl dort eine Tonnagen-Begrenzung von 7,5 Tonnen ausgeschildert ist? Das fragt sich ein kritischer Zeitgenosse aus Vellinghausen-Eilmsen schon seit längerer Zeit und kritisiert, dass der Bezirksdienst der Polizei diese doch offensichtlich gefährlichen Überquerungen nicht unterbindet.

Es sei vielmehr so, dass ganztägig schwere Lastwagen über die Brücke rollen, ohne dass sich die Fahrer an die Beschränkung halten. Dahinter steht wohl die Befürchtung, die Brücke könne durch die Belastung Schaden erleiden, vielleicht sogar brüchig werden und irgendwann einstürzen.

Der Anzeiger fragte nach beim Polizei-Bezirksdienst Erich Kreyenbrink, der sich ebenfalls wundert, warum die von Dinker von der Landesstraße 670 (Hamm-Soest) nach Süden in Richtung Schwannemühle und Welver abbiegenden Fahrzeuglenker eine Gewichtsbeschränkung an der Abbiegung vorfinden, eine solche Begrenzung aber in der Gegenrichtung von Werl über Scheidingen auf der Landesstraße 795 bis hin zur Schwannemühle an der Landesstraße 747 gar nicht auftaucht.

Die Erklärung liefert auf Nachfrage Straßen-NRW.- Pressesprecher Oscar Santos. Er erläutert, dass die Tonnage-Begrenzung im Zusammenhang mit dem Kraftwerk Westfalen bei Uentrop steht. Dort waren in den vergangenen Jahren zwei neue Steinkohle-Blöcke errichtet worden, was in der Umgebung allein schon wegen der Erdbewegungen zu erheblicher Schwerlast-Verkehrsbelastung geführt hatte.

Die Verkehrsplaner von Straßen-NRW setzten daher die Gewichtsbeschränkung an der Landstraße 747 von Dinker in Richtung Welver ein, um hier Begegnungsverkehr von Schwerlastern weitgehend zu vermeiden. Wie sich solcher Begegnungsverkehr auf relativ schmalen Straßen auswirken kann, hatte sich zuletzt bei der Umleitung an der Bundesstraße 475 in Lippetal gezeigt, wo auf mehreren Kilometern die Straßenränder und Banketten von Kreis- und Landstraßen von breiten Pneus zermahlen worden waren, weil sich dort Schwerlaster im Minutentakt begegneten und bei Ausweichmanövern die Straßendecken verlassen mussten.

Oscar Santos von Straßen NRW räumt ein, dass die Beschilderung wohl lange schon keinen Sinn mehr macht, weil die Baustelle im Kraftwerk Westfalen weitgehend abgeschlossen ist. Zwar dampft dort nur ein neues Kraftwerk, weil das andere schadhaft ist, was aber nicht viel ausmacht, weil die Nachfrage nach Kohlestrom derzeit sowieso rapide sinkt, da erneuerbare umweltfreundliche Energieanlagen genügend Strom erzeugen. Santos wird jetzt die zuständigen Stellen bei Straßen-NRW informieren und geht davon aus, dass die sinnlos gewordene Gewichtsbegrenzung bald aufgehoben und das Schild abgebaut wird. Die Betonbrücken an der Schwannemühle (Ahse) und etwas weiter südlich, so Santos, wurden erst im Jahr 2003 erneuert und halten dem Verkehr voraussichtlich noch etliche Jahre problemlos stand. - dümi

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