40 bis 50 Neuzuweisungen

Welver erwartet deutlich mehr Flüchtlinge

Welver Hauptschule Flüchtlingsunterkunft
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Größere Familien werden In der ehemaligen Hauptschule im Zentralort untergebracht.

Zur Zeit kommen wieder deutlich mehr geflüchtete Menschen in Welver an. Mareike Höhling, Sozialarbeiterin der Gemeinde, berichtet, dass der Kommune in den vergangenen zwei Wochen schon etliche Flüchtlinge zugewiesen worden sind.

Welver - Natürlich habe das nichts mit der Flüchtlingswelle von 2015 zu tun, der Anstieg sei aber deutlich, sagt Höhling. Die Geflüchteten kämen aktuell meistens aus Syrien, Afghanistan oder dem Iran.

Nun müssen diese Menschen untergebracht werden. Im Augenblick sind es viele alleinreisende Frauen mit und ohne Kinder, die Welver erreichen. Aufgrund dieser Situation werden die Frauen gerade im Flüchtlingsheim im Eilmser Wald ein Dach über dem Kopf finden. Aktuell, so Mareike Höhling, steht dort ein ganzer Flur für Frauen und Kinder zur Verfügung. Zwar seien die Zimmer nicht so groß, die Frauen könnten aber dort mit den Kindern relativ unter sich bleiben, meint Höhling. Die größeren Familienzimmer seien dort aber schon belegt.

In der ehemaligen Hauptschule im Zentralort werden größere Familien – unter anderem aus Syrien und Aserbaidschan – in Klassenzimmern in einem separaten Trakt untergebracht. Das gelte auch für die alleinreisenden Männer, die dort zu viert wohnen. Aufgrund der aktuellen Zuweisungen habe die Gemeinde nun viel zu renovieren und Zimmer instand zu setzen. Das sei für die Hausmeister augenblicklich eine dringende Aufgabe.

Ehrenamtliche Helfer

Ganz wichtig ist für Mareike Höhling der Kontakt zu den ehrenamtlichen Helfern, wie etwa den Aktiven vom Freundeskreis Eilmser Wald. Das Engagement der Ehrenamtler wird von Höhling sehr gelobt. Nachdem etwa der Bürgerbus seit Beginn der Corona-Pandemie den Fahrdienst eingestellt hat, engagiere sich der Freundeskreis zusammen mit dem Roten Kreuz und fahre die Menschen an drei Tagen in der Woche zum Einkauf nach Welver. An jedem Mittwoch gebe es sogar eine Tour nur für Frauen.

Warum gerade jetzt wieder so viele Flüchtlinge Welver erreichen, erklärt Mareike Höhling mit der von der Bezirksregierung vorgegebenen Aufnahmequote. Bei den anerkannten Flüchtlingen sei die in Welver nicht erreicht. Ende Mai habe die Quote der zugewiesenen anerkannten Flüchtlinge bei rund 31 Prozent gelegen. Um 100 Prozent zu erreichen, könnte die Bezirksregierung theoretisch also, so Höhling, bis zu 150 Menschen zuweisen, was sie aber nicht glaubt.

Wohnraum fehlt

Ein Grund für die niedrige Quote sei eventuell, dass die Asylbewerber schneller aus der Gemeinde wegzögen, denn es gäbe wenig kleinere Wohnungen für diesen Personenkreis, meint Höhling. Nach wie vor sei das Problem, eine Wohnung zu finden, aktuell. Eigentlich gelte auch, dass die Menschen in der zugewiesenen Kommune drei Jahre wohnen müssen, durch eine Ausbildung oder eine Arbeitsstelle in einer anderen Stadt könne das aber außer Kraft gesetzt werden, und die Menschen zögen weg.

Uli Jungen vom Freundeskreis Eilmser Wald weiß bereits um die neuen Zuweisungen. Das Netzwerk des Freundeskreises sei nach wie vor da, die Ehrenamtlichen würden bei Bedarf aktiv, um Hilfestellung zu bieten. Gut sei der Kontakt zu den Behörden und Institutionen, zur Gemeinde, so Jungen. Nach all den Jahren hielten viele Flüchtlinge immer noch den Kontakt zum Freundeskreis. So würden die Familien betreut, bekämen die Kinder zur Einschulung eine Schultüte und eine Unterstützung für die Schulbücher. Wichtig sei immer die Suche nach Wohnungen in Welver. Immer noch schwierig sei es, dass es kaum Verbindungen von der abgelegenen Eilmser Unterkunft in die Umgebung gebe, so dass die Flüchtlinge dort auf Hilfen angewiesen seien, um mobil zu sein.

Der Freundeskreis Eilmser Wald wird übrigens mit einem Stand beim nächsten Abendmarkt in Welver am Mittwoch, 7. Oktober, vertreten sein.

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