Interview

Dinker wird wieder zum Tabletop-Mekka

+
Beim Tabletop-Spielen geht es darum, seine Spielfiguren, denen unterschiedliche Fähigkeiten zugeschrieben werden, strategisch möglichst geschickt einzusetzen.

Dinker – Am 18. und 19. Mai geht die zweite Auflage der „MelBel Convention“ rund um Tabletop- und Brettspiele in Dinker über die Bühne. Die Premiere im vergangenen Jahr übertraf alle Erwartungen. Nico Rading sprach mit der Veranstalterin Mel Hausmann, die mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Wadersloh lebt, aber ihre Wurzeln in Nateln hat.

Zu den Highlights der ersten Convention zählte der Auftritt von Darstellern der 501. Legion („Star Wars“). Die sind auch diesmal dabei. Besucher aus ganz Deutschland reisten bei der ersten Auflage an, um ihren Spieltrieb auszuleben und sich über Neuheiten zu informieren. 

Mel Hausmann

Die erste Convention war ein riesiger Erfolg. Die Neuauflage soll wieder in Dinker stattfinden. Was zeichnet den Veranstaltungsort aus?
Mel Hausmann: Zum einem ist Dinker für mich, als Veranstalterin, ein Stück Heimat aus Kindertagen. Zum anderen liegt Dinker nah an den Autobahnen, sodass überregionale Besucher, nicht zu lange über Land fahren müssen. Ein weiterer Punkt, warum wir uns wieder für Dinker entschieden haben ist, die Schützenhalle, mit den vielen Parkplätzen und der Wiese. Auch in diesem Jahr, kam uns der Schützenverein Dinker-Nateln-Dorfwelver wieder sehr entgegen. Wofür wir uns auch jetzt noch einmal von ganzem Herzen bedanken möchten! 

Wie war die Resonanz aus den Reihen der Veranstalter und Besucher?
Hausmann: Von allen Besuchern haben wir bis dato nur sehr sehr gutes Feedback bekommen, weswegen wir uns auch schon zwei Tage nach der Veranstaltung 2018 dazu entschieden haben, dass sie 2019 wiederholt wird. Mein Mann und ich als Veranstalter waren überwältigt wie die Veranstaltung doch angenommen wurde. Es waren viele Besucher aus Dinker, Welver und der näheren Umgebung vor Ort, die neugierig waren, was genau wir da eigentlich machen. Viele blieben auch länger als geplant und probierten so einiges aus. Dazu kam, dass wir stolze 1643 Euro an die Darmkrebshilfe spenden konnten. 

Wie weit sind Sie mit den Vorbereitungen?
Hausmann: Sie laufen momentan auf Hochtouren. Anmeldungen, Platzvergabe und, und, und. Es ist noch ein Haufen Arbeit, der bis Mai auf uns wartet. Zum Glück habe ich Eltern in Nateln, die uns tatkräftig mit Rat, Tat und allem was nötig ist zur Seite stehen. Ohne die beiden wäre es schwer zu schaffen. 

Warum tun Sie sich das an?
Hausmann: Warum tue ich mir das neben drei Kindern, Arbeit und Haushalt an? (lacht) Gute Frage. Auch wenn das ganze eine Menge Arbeit ist, macht es doch Spaß. Vor allem wenn man weiß, das man damit noch etwas Gutes tun kann. Spielen kann jeder. Egal ob groß oder klein, dick oder dünn, gesund oder krank! Man muss sich nur mal wieder, wie zu Omas Zeiten, an den Tisch setzen und das vielleicht verstaubte Brettspiel aus dem Schrank holen. Und genau das möchten wir mit dieser Veranstaltung erreichen. Brettspiele und Tabletop für die ganze Familie.

Was ist neu?
Hausmann: Diesmal wird es erstmals einen kleinen Wettbewerb geben. Wir haben uns von einem erfahrenem Skulpter eine Miniatur (Spielfigur) moderieren lassen. Diese wurde aus Zinn gegossen und wird es auf der Convention zu erwerben geben. Auch hier geht ein Teil des Erlöses mit an den guten Zweck. Vor Ort kann die Figur am Maltisch unter Anleitung bemalt bemalt werden. Wir fotografieren die Figur vor Ort und die Abstimmung erfolgt dann online. Die ersten drei Plätze gewinnen einen Sachpreis. Zudem stehen wir momentan in Kontakt mit den „Ghostbusters“ und dem Piratenpack aus Lippstadt. Wenn alles klappt, werden die Piraten vor der Halle ein kleines Piratenlager aufbauen. Die Ghostbusters wären neben der 501. Legion, Star Wars, am Sonntag auch mit vor Ort. Wir haben uns dafür den Sonntag festgehalten, da wir die Familien die vom ambulanten Kinder- und Jugendhospiz und Familien die vom Familienbetreuungszentrum der Bundeswehr betreut werden, zu uns einladen. Star Wars, Ghostbuster und Piraten, wenn das nicht Kinder und Erwachsenenaugen strahlen lässt.
Gibt es ein besonderes Highlight?
Hausmann: Wieder der Besuch der 501. German Garrison. Wir erwarten den Lord der dunklen Seite höchst persönlich. Lord Vader, Stormtrooper und auch Rey haben sich bis dato angekündigt und es könnten sogar noch mehr werden. 

Haben Sie bei all dem Aufwand eigentlich selbst noch Lust zum Spielen?
Hausmann: Lust zu spielen eigentlich immer. Die Zeit ist momentan eher das Problem, aber mein Mann und ich versuchen mit den Kinder so oft es geht am Spieltisch zu sitzen, oder aber zeigen ihnen wie sie Spielfiguren bemalen können. 

2018 ging der Erlös an einen karitativen Zweck. Wer profitiert diesmal?
Hausmann: Auch dieses Jahr geht der Erlös wieder an einen, genauer sogar zwei gute Zwecke. 50 Prozent der Eintrittsgelder und des Tombolaerlöses gehen 2019 an den „deutschen Kinderhospizverein e.V. Beziehungsweise an die Zweigstelle Soest, dem ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst. Da es in der Umgebung kein Hospiz für Kinder und Jugendliche gibt, ist die Arbeit des ambulanten Dienstes umso wichtiger. Betroffene und auch deren Angehörige brauchen diese Unterstützung. Aus diesem Grund möchten wir 2019 diesen Verein mit berücksichtigen. 

Was geschieht mit der anderen Hälfte?
Hausmann: Die restlichen 50 Prozent gehen an das Bundeswehr-Sozialwerk. Hier geht es nicht um politische Ansichten, sondern um die Aktion, die das Sozialwerk auf die Beine gestellt hat. Und zwar nennt sich diese: „Aktion Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien“. Hier geht es in erster Linie darum, den Kindern, die zum Beispiel von Behinderung, Krankheit oder Tod eines Elternteils oder einsatzbedingte Abwesenheit betroffen sind, Tage zu ermöglichen, an denen sie an etwas anderes denken können. Dies geschieht durch Freizeiten die durch Spenden organisiert werden. Da wir als Veranstalter aus persönlicher Erfahrungen wissen, wieviel die Kinder zurückstecken müssen, gerade bei längerer Abwesenheit eines Elternteils, möchten wir auch dieses Projekt von Herzen unterstützen, und somit dem einem oder anderen Kind eine Freizeit ermöglichen.

Strategie auf der Platte

Am 18. und 19. Mai stehen zwei Tage lang Brettspiele und sogenannte Tabletops auf dem Gelände der Schützenhalle Dinker auf dem Programm. Als Tabletop (englisch „Tischplatte“) bezeichnet man ein Strategiespielsystem, bei dem mit Miniaturfiguren (früher aus einer Zinnlegierung gegossen oder aus Papier ausgeschnitten, heute meist Zinn- oder auch Kunststofffiguren) auf einer Oberfläche (besonders Tischen) gespielt wird. Probespielen ist vor Ort möglich. Das Event richtet sich sowohl an spielverrückte Erwachsene, als auch an Kinder.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare