Brandmelder halten Feuerwehr auf Trab

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Brandmelder

Welver - „Brand in der Flüchtlingseinrichtung“ – diese Meldung erreicht die Feuerwehr in steter Regelmäßigkeit. In Zugstärke plus Rettungswagen rücken die Einsatzkräfte dann zu den Standorten ehemalige Hauptschule oder (vor allem) Eilmser Wald aus.

Am 28. und 29. September sogar zweimal innerhalb von 30 Stunden. Ursache sind meistens Rauchmelder, die manchmal im Nachhinein ohne nachvollziehbaren Grund anschlagen. Häufig ist es aber angebranntes Essen, das auf dem Herd steht und so stark qualmt, dass es einen Brandmelder auslöst. Ein Problem, das mittlerweile zumindest zum Teil dadurch gelöst wird, dass nachts der Strom abgestellt wird.

 Dennoch bleiben die relativ aufwändigen Einsätze tagsüber. „Wir behandeln natürlich jede Meldung wie einen richtigen Brand und verhalten uns auch so“, sagt Feuerwehr-Sprecher Carsten Picke und verweist auf die Ausrücke-Ordnung. Dazu gehört unter anderem der obligatorische Einsatz von Atemschutzgeräten. Die Kosten trägt die Gemeinde als Betreiberin der Einrichtungen. Neben dem sachgerechten Betrieb eines Herdes könnte auch der Austausch der Rauch-/Wärmemelder gegen reine Hitzemelder die Einsatzzahl verringern. 

Brandschutzexperte Jörg Stefan erläuterte im Anzeiger unlängst: „Eine Brandmeldeanlage erkennt sicher Rauch und Hitze. Zu erkennen, ob dieser Rauch von einem Schadensfeuer oder von im Zimmer unzulässigem Braten oder Grillen kommt, ist nicht möglich.“ 

Alarmiert wird stets zunächst das Notfall-Handy der Gemeindeverwaltung. Erst wenn ein zweiter Brandmelder auslöst, geht der Alarm direkt zur Feuerwehr. Sonst wären die Einsatzzahlen wohl noch deutlich höher. Die Brandmeldetechnik wurde in den beiden Einrichtungen bereits in den vergangenen Monaten erneuert.

 Als problematisch hat sich in der Vergangenheit immer wieder auch das Evakuierungsverhalten der Bewohner herausgestellt. Bei ihren Einsätzen hat die Feuerwehr oft nur eine Handvoll Bewohner außerhalb der Gebäude auf dem Gelände angetroffen. Eigentlich müssten alle sofort ins Freie. Schulungen und Übungen mit den Bewohnern im Bereich Brandschutz werden regelmäßig durchgeführt. Allerdings garantiert das nicht bei jedem einen Lerneffekt – da unterscheiden sich die Asylbewerber keineswegs von anderen Bevölkerungsgruppen. Zudem sind solche Aktionen relativ aufwändig. „Das können wir nicht jede Woche machen“, sagt Fachbereichsleiterin Heike Grümme-Kuznik. 

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