Verwaltung legt Vereinen Gemeindesportbund ans Herz

An einem Strang ziehen – wie hier von Kreissportbund-Referentin Sabine Homann, Bürgermeister Ingo Teimann und Wirtschaftsförderer Detlev Westphal bildlich umgesetzt – sollen demnächst die (Sport-) Vereine der Gemeinde Welver. Foto: Schröter

WELVER -  Kräfte bündeln im Kampf gegen den demographischen Wandel möchte die Gemeindeverwaltung im Bereich (Sport-)Vereine. Auf der großen Vereinsvertreter-Versammlung am 17. Januar will sie den Clubs den Vorschlag eines Gemeindesportbundes unterbreiten.

Die Identitäten der Vereine sollen dabei nicht auf der Strecke bleiben. Seit dem 1. Januar gelten die neuen Sportförderrichtlinien der Gemeinde, in denen neben höheren Nutzungskosten für Gemeindesportstätten vor allem eine Änderung vermerkt ist: Das Ziel eines Gemeindesportbundes, den die Gemeinde mittelfristig ins Leben rufen möchte.

In der kommenden Woche bietet sich nun Gelegenheit, in großer Runde über dieses Thema zu diskutieren: Abgeordnete aller Vereine sind am Donnerstag, 17. Januar, zur großen „Vereinsvertreter-Versammlung“ in die Schützenhalle Dinker eingeladen. Als Referent und Ansprechpartner steht dabei Holger Vetter aus Bochum zur Verfügung, der langjährige Erfahrung bei der Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußall-Bund, dem Olympischen Komitee oder verschiedenenen Landessportbünden vorweisen kann.

„Wir möchten damit die nächste Stufe einleiten“, sagt Bürgermeister Ingo Teimann und sieht hier eine notwendige Maßnahme im Umgang mit dem problematischen demographischen Wandel: „Wir wissen, dass viele Vereine bereits mit Nachwuchsmangel zu kämpfen haben und nach Lösungen suchen. Das wollen wir unterstützen.“ Dabei macht Teimann jedoch deutlich, dass hiermit vor allem „Hilfe zur Selbsthilfe“ gemeint ist: „Die Eigenverantwortung steht im Vordergrund. Wir möchten Wege aufzeigen, was man machen kann. Tun müssen es die Vereine dann selbst.“ Als Beispiel nennt er die selbstständige Nachnutzung der Turnhalle an der Ganztags-Hauptschule nach deren Schließung 2015: „Ein einzelner, kleiner Verein wäre damit überfordert, aber wenn sie sich zusammenschließen, könnte das klappen.“

Welche Vorteile ein Gemeindesportbund hätte, erläutert Sabine Homann vom Kreissportbund: „Ein solches Gremium könnte Fördergelder viel sinnvoller steuern. Momentan bekommt jeder Verein einen Kleckerbetrag, da kann keiner groß etwas mit anfangen. Ein GSB könnte maßnahmenbezogen fördern: In einem Jahr erhält Verein x mehr Geld, dafür aber in den folgenden Jahren nichts.

Auch sei so eine bessere Interessensvertretung gegenüber der Politik möglich: „Ein solches Gremium kann mit stärkerer Stimme sprechen als einzelne Vereine. Wenn da jeder separat ankommt, überfordert das ja auch die Verwaltung“, so Homann.

Befürchtungen, dass durch eine Zusammenarbeit die Identität der einzelnen Vereine verloren ginge, seien unbegründet, versichert Homann: „Hier geht es vor allem um eine gemeinsame sportpolitische Vertretung und Dachorganisation.“ Und Teimann ergänzt: „Wir wollen keine Identitäten rauben, das soll einfach ein Bündeln der Kräfte sein. Kooperation ist das Zukunftsmodell.“ Daher ist die Idee für die Gemeindeverwaltung nicht nur auf Sportclubs beschränkt, sondern auf alle Vereine anwendbar: „Heimatvereine zum Beispiel könnten ebenso zusammenarbeiten.“

Dass er mit seinem Vorhaben nicht bei jedem Verein offene Türen einrennt, ist Teimann bewusst. Auch, dass bei einigen Vereinen langjährige Rivalitäten überwunden werden müssten, sei klar: „Allen kann man es nicht Recht machen. Der eine Vereine hat 50 Mitglieder, der andere 500. Dementsprechend klafft das Interesse an Kooperationen natürlich auseinander.“

Letztendlich hinterlasse die schrittweise gesellschaftliche Alterung und der Nachwuchsmangel jedoch überall Spuren. Je eher man dahingehend plane, desto eher würden aus Nachteilen Chancen, erläutert Wirtschaftsförderer Detlev Westphal: „Dafür wollen wir am 19. Januar bei den Leuten den Schalter umlegen.“

Eingeladen zur Vereinsvertreter-Sitzung in der Schützenhalle Dinker sind nicht nur die angeschriebenen Vorsitzenden, sondern sämtliche interessierten Vereinsmitglieder. Beginn ist um 19.30 Uhr. - tob

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