Keine Hinweise auf Tötungsdelikt

Totes Baby: Verfahren gegen junge Mutter eingestellt

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen eine junge Frau aus Welver eingestellt.
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Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen eine junge Frau aus Welver eingestellt.

Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen eine Welveranerin eingestellt, die als 17-Jährige bei sich zu Hause ein Kind zur Welt gebracht hatte. Das Kind war gleich nach der Geburt gestorben.

Welver – Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen eine junge Frau aus Welver eingestellt, die im Sommer vergangenen Jahres als 17-Jährige bei sich zu Hause ein Kind zur Welt gebracht hatte, das gleich nach der Geburt ums Leben gekommen war. Nach umfangreichen Untersuchungen und entsprechenden Gutachten gebe es „keinerlei Anhaltspunkte“, die Mutter könnte ihr Baby womöglich getötet haben, sagte Staatsanwalt Thomas Schmelzer gegenüber dem Anzeiger.

Bei der rechtsmedizinischen Untersuchung des Säuglings ist demnach eine Erkrankung festgestellt worden. Es sei nicht auszuschließen, dass deswegen das Kind nicht mehr zu retten gewesen ist, so die Ermittler. Hinweise auf ein Tötungsdelikt habe man jedenfalls nicht gefunden.

Aussagen der jungen Frau plausibel

Auch die Aussage der Welveranerin, sie habe von der Schwangerschaft nichts gewusst und sei von der Entbindung bei sich zu Hause im Kinderzimmer überrascht worden, könne nicht widerlegt werden, so Schmelzer. Er stützt sich auf eine Expertise des Leiters der Geburtsklinik in Dortmund, wonach es immer wieder Fälle gebe, in denen solche Geburten „nicht vorhersehbar“ seien und die Mütter bis zur Entbindung nichts von ihrer Schwangerschaft gewusst hätten. Die Aussagen der jungen Frau aus Welver seien jedenfalls plausibel und glaubwürdig.

Nichtsdestotrotz hatte die Staatsanwaltschaft Arnsberg im Juli 2019 die Ermittlungen gegen die damals 17-Jährige wegen des Verdachts des Totschlags durch Unterlassen aufgenommen. Die Obduktion hatte ergeben, der Säugling lebte noch nach seiner Geburt.

Ärzte schalteten die Polizei ein

Ärzte im Klinikum Soest hatten am 17. Juli 2019 die Polizei verständigt. Mit starken Blutungen war die junge Frau zuvor ins Krankenhaus gekommen; die Gynäkologen entdeckten schnell, dass sie kurz zuvor ein Kind entbunden hatte. Die Polizei durchsuchte die Wohnung und entdeckte den toten Jungen.

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