Karneval 2020

900 Teilnehmer, 39 Wagen: So farbenfroh war der Weiberfastnachtsumzug in Welver

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Zum Karneval in Welver kommen die Narren von überall: Ein Wickinger-Schiff nahm Kurs auf den Mittelpunkt Westfalens.

Welver – „Wer sich früh schmückt, ist den ganzen Tag schön“, dieses Motto der Avantgarde der „Horrido“-Schützen traf auch auf viele andere jecke Gruppen zu. 

Mit mehr als 900 Teilnehmern, fast 39 Fußgruppen, acht Umzugswagen und drei Musikzügen war auch dieser Welveraner Weiberfastnachtsumzug wieder der Schönste in der gesamten Umgebung. Dabei sind es vor allem die Fußgruppen, die mit Farbenfreude und Kreativität das Herz des Publikums im Sturm erobern und einfach gute Laune machen. 

„Selbst die Spinnen hier sind ein Traum, und eigentlich habe ich Angst vor ihnen“, erklärt eine Zuschauerin lachend. Wer sich als Schokobon verkleidet, mag sie nicht nur, er wirft auch welche, macht die Landjugend Nateln-Dinker augenzwinkernd klar, während die Landjugend-Mädels aus Klotingen an Weiberfastnacht Ausgang haben und ganz ohne Männer an den närrischen Start gehen. 

Als Giraffen wollten die Frechen Früchtchen ganz hoch hinaus, was aufgrund ihrer Größe nur „Anne“ so richtig gelang, und dass bei der Reitgemeinschaft Eichengrund nur echte Superhelden aufs Pferd steigen, daran ließen die Phantastischen Vier und die übrigen Heroes keinen Zweifel. 

Ob Blau als Cookie Monster (Magermichknitten), Pretty in Pink (Chaoszentrale), PS-Stark im Ferrari-Outfit (Jecke Schnecken) oder mit einem Melonen-Haarreifen (Rijk Zwaan), schnell war klar, dass irgendwie alle hier, und nicht nur die „Querköppe“, aus einem ganz besonderen Narreit(ei) geschlüpft sein müssen. 

Weiberfastnachtsumzug in Welver 2020

Ein bisschen politisch durfte es dann trotz aller Narretei auch noch sein. Die Poltergeister als Stinktiere ließen verlauten: „Vom Rat die Nase voll – schnuppert mal, wir riechen toll.“ 

Schöne Szenen am Rande des Umzugs gab es übrigens auch. Umzugsteilnehmer, die Senioren, die nicht so gut zu Fuß waren, die Kamelle bis auf ihre Bank trugen und Kindern, die ihre Tüten gleich vom Wagen aus vollgemacht wurden, Bücken ist neben den riesigen Rädern schließlich viel zu gefährlich. 

Wer am Ende noch ein bisschen Kleingeld übrig hatte, konnte sein Glück bei den laufenden Kaugummi-Automaten der Kichererbsen probieren oder sich den Flerker Karnevals-Freunden anschließen, die in ihren Reihen jeden Narren willkommen heißen. Mit einem dreifach donnernden Helau natürlich.

Rathaus nach dem Umzug gestürmt

Mir sin jeck, und das mit aller Macht! Rathaus eingenommen, die Narretei regiert, das Prinzenpaar jubiliert und der Bürgermeister freut sich mit. Mit großem Gefolget waren die amtierenden Tollitäten Prinz Rene I. (Reuß) und Prinzessin Conny I. (Gölitz) mit dem Kinderprinzenpaar Florian II. und Riana I. angetreten, um Bürgermeister Uwe Schumacher den goldenen Rathausschlüssel zu entreißen und damit dort ausschließlich Frohsinn einziehen zu lassen.

„Zumindest bis Aschermittwoch“, so die Prinzessin, „auch wenn wir uns täglich mehr Harmonie und Miteinander statt Gegeneinander wünschen würden.“

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