Plötzlich war's dunkel...

Stromausfall legt halb Welver lahm - das steckt dahinter

Im Dunklen saßen viele Welveraner am Sonntagabend für gut eineinhalb Stunden (Symbolbild).
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Im Dunklen saßen viele Welveraner am Sonntagabend für gut eineinhalb Stunden (Symbolbild).

Nichts ging mehr am Sonntagabend in Welver, zumindest nichts Elektronisches. 3000 Welveraner saßen im Dunkeln - oder bekamen als Baby (zunächst) kein Fläschchen. Das sind die Gründe.

Welver – Ein Techniker-Trupp ist am Dienstag zur Ladestraße ausgerückt, um das defekte Stromleitungskabel in der Erde freizulegen und zu flicken. Die schadhafte Strippe hatte Sonntagabend dazu geführt, dass rund ein Drittel Welvers für knapp anderthalb Stunden ohne Strom dastand.

Viele dürften es gar nicht bemerkt haben. Der Mörder im „Tatort“ war bereits ermittelt und mancher spätestens danach im Schlaf versunken, als gegen 22.39 Uhr die Störlampen in der Arnsberger Westnetz-Zentrale aufflackerten. Andere aber bekamen den Stromausfall hautnah zu spüren.

Ausgerechnet am späten Sonntagabend meldete sich Josefine, die erst drei Monate alte Tochter einer jungen Familie am Landwehrkamp, und verlangte nach ihrem Fläschchen. Doch ausgerechnet jetzt ließ sich das Wasser fürs Fläschchen nicht erwärmen. Eine mittlere Katastrophe...

Stromausfall in Welver: 25 Trafostationen ausgefallen

Doch da wussten die Westnetz-Techniker bereits, was zu tun war. Sobald irgendwo eine Trafostation in die Knie geht, bekommen die Wächter in der Schaltzentrale des Stromnetzbetreibers eine Warnmeldung, erläutert Christoph Brombach von Westnetz. 

Im Fall Welver fielen am Sonntagabend gleich 25 Trafostationen aus. Sie alle hängen an der 10.000-Volt-Hauptleitung, die hinterm Bahnhof durch die Ladestraße verläuft. Betroffen waren der südlichen Teil Welvers sowie die Ortsteile Scheidingen und Flerke.

Stromausfall in Welver: Verschleiß, Nässe oder ein Tier?

Der Bereitschaftsdienst des Stromversorgers rückte also mit dem Messwagen aus und stieß schnell auf die Ursache. In diesem Bereich befindet sich unter dem Gehweg eine Verbindungsmuffe defekt sein, die vermutlich den Kurzschluss ausgelöst hat: durch Verschleiß, eindringende Feuchtigkeit oder irgendein Tier, das sich in dem Kabel verbissen haben könnte.

Weil die Stromversorgung Welvers wie in vielen anderen Orten als Ringleitung gesichert ist, konnten die Techniker den Kabelabschnitt mit der defekten Muffe abschalten und den Strom aus der anderen Richtung wider zuschalten. 

Stromausfall in Welver: Opa sorgt für heißes Wasser

Um zwei Minuten vor Mitternacht, so Brombach, sollen die mehr als 3000 Welveraner wieder „Saft“ in ihren Häusern gehabt haben.

Weil Josefine bis dahin auf ihr Fläschchen weder warten konnte noch wollte, musste die Familie improvisieren: Der Großvater, der am anderen und vom Stromausfall nicht betroffenen Ende Welvers wohnt, half aus, sorgte für heißes Wasser. Der Papa fungierte als Kurier, sammelte das warme Wasser zum Erwärmen des Püllekens ein.

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