Zahl der Brutpaare im Kreis steigt

Störche in Dinker sind als erste im Kreis  flügge

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Die vier Jungstörche warten auf dem Horst bei Dinker auf die Rückkehr der Altvögel, die in der Zwischenzeit auf einer Heuwiese nach Futter für den hungrigen Nachwuchs suchen.

Welver – Gleich vier kräftige Jungtiere thronen auf dem Horst, der bei Dinker an der Ahse steht und warten auf das Futter, das die Altvögel heranschleppen. Sie sind wohl schon bald flügge. Damit gehört das Brutpaar in Dinker zu den erfolgreichsten im Kreis Soest.

Denn im Schnitt zählte die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest (ABU) bislang 2,4 Küken pro Storchenpaar. „Die vier Jungstörche sind prächtig gewachsen. Ich gehe davon aus, dass sie in den nächsten zehn Tagen ausfliegen werden“, schreibt Hartmut Regenstein, der die Störche in der Region seit Jahren beobachtet und fotografiert.  „Das sind mit Sicherheit die ersten Jungstörche, die im Kreis Soest flügge werden.“ Das bestätigt auch Birgit Beckers von der ABU. Die vier sind bereits so groß, dass sie auch bei der jüngsten Beringung der Arbeitsgemeinschaft Weißstörche NRW (siehe unten) nicht berücksichtigt wurden. „Bei ihnen wäre das Risiko zu groß gewesen, dass sie davon fliegen.“ 

Vier Horste in Welver

In Welver weiß die ABU zurzeit von vier Paaren. Neben dem altbekannten Horst in Dinker gibt es noch einen neuen, bei dem noch nicht sicher ist, wie erfolgreich die Brut war. Im Naturhorst Schwannemühle sind laut Beckers drei Jungtiere und im Scheidinger Horst zwei Jungtiere gesichtet worden. Im gesamten Kreis Soest weist die Statistik der ABU 57 Junge in 24 Horsten aus. Dazu zählen zwei Horste, die streng genommen, schon auf dem Gebiet des Kreises Warendorf liegen. 

Im Vergleich zu den Vorjahren hat die Zahl der Brutpaare kontinuierlich zugelegt. So zählte die ABU 2018 noch 16 Paare mit 44 ausgeflogenen Jungtieren (2,8 Jungtiere pro Paar im Schnitt) und 2017 waren es 12 Paare mit 27 Jungtieren (2,3 pro Brutpaar). 

"Die meisten sind sehr gut dabei"

Noch ist nicht sicher, ob alle Jungtiere den Abflug schaffen. Doch Beckers geht davon aus, dass es dem Großteil gelingt: „Die meisten sind sehr gut dabei.“ Nur bei einigen neuen Horsten habe die Brut so spät begonnen, dass noch nicht sicher sei, ob die Aufzucht wirklich gelingt. Um die Population konstant zu halten, muss jedes Paar mindestens zwei Jungtiere durchbringen. Dieses Ziel werde wohl mit ziemlicher Sicherheit wieder erreicht, so Beckers.

 Zudem könne es auch gut sein, dass gar nicht alle brütenden Paare bekannt sind. „Wir sind für jede Meldung dankbar“, sagt Beckers. Abgesehen von Welver gibt es weitere Brutpaare im Kreis in Werl (2), Lippetal (5), Bad Sassendorf (2), Soest (1), Lippstadt (5), Erwitte (1), Geseke (2) und eben die zwei Paare im Kreis Warendorf, die südlich der Lippe brüten und deshalb von der ABU mitgezählt werden.

27 Jungstörche tragen Ringe

27 junge Weißstörche wurden jetzt im Kreis Soest mit Ringen markiert. Michael Jöbges von der AG Weißstörche NRW reiste dafür aus Recklinghausen an. Die jungen Weißstörche in zehn Horsten erhielten einen sogenannten ELSA-Ring. 

Auf Augenhöhe mit dem Storchenjungen: So nah kamen die Beringer den Tieren, hier auf einem Horst in der Woeste in Bad Sassendorf.

Jeder Ring hat eine individuelle Buchstaben- und Zahlenkombination. Diese Kennung lässt sich im Gelände mit einem Spektiv oder über Fotos ablesen, ohne dass der Vogel wieder gefangen werden muss. „So erfahren wir etwas über den Verbleib der Jungen. Wo ziehen sie hin, wo rasten sie, wo überwintern sie oder wo siedeln sich die jungen Weißstörche aus dem Kreis Soest zur Brut an“, schreibt Birgit Beckers von der ABU. Die Ablesedaten werden zentral bei der Vogelwarte in Wilhelmshaven gesammelt. 

Reflex hilft beim Beringen

Die rund sieben Wochen alten Jungstörche zeigen einen angeborenen Reflex: Bei Gefahr ducken sie sich und bewegen sich nicht. Dieses Verhalten helfe bei der Beringung, die Jungen verhalten sich ruhig. Mit einem Hubwagen erreicht der Beringer die Höhe des Horstes und kann die Jungen einen nach dem anderen beringen. Schon kurz nachdem der Hubwagen abgerückt ist, stehen die Jungen wieder auf und die Altvögel kehren zu ihrem Horst zurück. 

Die Aktion fand in diesem Jahr auf zehn Horsten von den Ahsewiesen bei Hultrop bis Lippstadt statt. „Alle 24 könnten wir gar nicht schaffen“, erläutert Beckers. Zum Teil – wie in Dinker – seien die Jungtiere dafür auch einfach zu groß. Und nicht alle Horste seien mit dem Hubsteiger zu erreichen.

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