Steuerzahler zahlen noch bis 2080 für THTR

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Der THTR-Kühlturm wurde 1991 gesprengt.

HAMM/WELVER ▪ Für den seit 1989 stillgelegten Thorium-Hochtemperatur-Reaktor (THTR) in Uentrop wird der Steuerzahler noch bis 2080 zahlen müssen. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag hervor.

Demnach belaufen sich die Kosten für die Endlagervorausleistungen bis 2080 auf 210 Millionen Euro. Bis 2022 werden diese Kosten – so das Ergebnis von jetzt abgeschlossenen Verhandlungen – jeweils zu einem Drittel von Bund, Land und der Betreibergesellschaft HKG getragen.

Die Kosten für den Rückbau, der 2023 bis 2044 erfolgen könnte, wird laut Bundesregierung auf rund 404 Millionen Euro geschätzt. Von dieser Größenordung sprachen Vertreter der Hochtemperatur-Kernkraftwerk GmbH (HKG) bereits im Mai gegenüber unserer Partnerzeitung WA. Vor sechs Jahren lautete das Ergebnis der Kostenschätzung „nur“ 350 Millionen Euro, dieser Wert wurde noch vor zwei Jahren von der Regierung offiziell genannt.

Dass die Atomruine noch teurer wird, ist nicht ausgeschlossen. So weist die Bundesregierung darauf hin, dass Kostenschätzungen in einer solchen frühen Projektphase „nur grobe Abschätzungen“ darstellen. Die HKG schätzt die Gesamtkosten für das THTR-Projekt auf rund 735 Millionen Euro. Die Betriebskosten für das stillgelegte Atomkraftwerk beliefen sich im vergangenen Jahr laut HKG auf 3,7 Millionen Euro. Den größten Batzen stellen dabei die Zwischenlagerkosten in Ahaus und Gorleben in Höhe von 2 Millionen Euro dar. ▪ asc

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